Billigere Aids-Medikamente für die Elfenbeinküste

11. März 2001, 16:22

Einige Pharmakonzerne gewähren einen Preisnachlass von bis zu 90 Prozent - Roche ist noch immer geizig

Abidjan/Cotonou - Der westafrikanische Staat Elfenbeinküste hat als erstes Land Afrikas massive Preisnachlässe für Medikamente gegen die Immunschwächekrankheit Aids ausgehandelt. Künftig werden dort die anti-retroviralen Medikamente rund 100 Dollar pro Aids- Patient und Monat kosten.

Das für Aids-Fragen zuständige Kabinettsmitglied, Frau Assana Sangara, teilte am Sonntag in einer Presseerklärung mit, dieser Preisnachlass durch einige Pharmakonzerne mache bis zu 90 Prozent aus. Weitere Absprachen über Preisnachlässe auch von anderen Konzernen sollten folgen.

In die Positionen der Pharmakonzerne kommt somit Bewegung. Während einige, wie die amerikanische Firma Merck, nun ihre Preise in Entwicklungsländern senken, wollen andere wie der schweizerische Konzern Roche auf der alten Linie bleiben. Jedoch stellen sich alle in einem rund 40 Konzerne umfassenden Interessen- und Klägerverbund gegen Absichten von Staaten wie Südafrika, kopierte Aids-Medikamente (Generika) aus Ländern wie Indien oder Brasilien einzuführen.

Die kopierten und somit weitaus billigeren Medikamente bedrohen nach Meinung der Pharmakonzerne ihre Patente und Profite. In der Elfenbeinküste haben sich rund zehn Prozent der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert - eine der höchsten Raten in Westafrika. Im südlichen und östlichen Afrika ist die Lage noch dramatischer.(APA/dpa)

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