Kleie bindet Schwermetalle

10. März 2001, 16:38

Reststoffe aus der Getreideverarbeitung werden zum leistungsfähigen Adsorber

Stuttgart - Das Frauenhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) hat gemeinsam mit ATEC Dr. Mann GmbH ein Verfahren entwickelt, in denen Adsorber aus natürlich-biologischen Materialien Schwermetalle binden. Ausgangsprodukte sind Reststoffe aus der Getreideverarbeitung. Die Bioadsorber halten laut Aussagen des Instituts Zink, Chrom und Schwermetalle effektiv zurück. Außerdem können sie nach Gebrauch genauso wie das gereinigte Abwasser wieder verwendet werden.

Adsorber, Stoffe die aufgrund ihrer Oberflächenaktivität gelöste Substanzen binden, werden im Reinigungverfahren von Abwässern eingesetzt. Um Schwermetalle zu filtern, sind sowohl thermische als auch Membranverfahren im Einsatz. Die gegenwärtig gängigste Methode sind Fällungsreaktionen und ein anschließender Adsorptionsprozess an Ionenaustauschern aus synthetischen Harzen. Im Ionenaustauscher werden die Metallionen an den Harzkörnern gebunden und gegen Wasserstoffionen ausgetauscht. Der Nachteil von Ionenaustauschern auf synthetischer Basis ist, dass sie aus Erdöl hergestellt werden, das nur begrenzt zur Verfügung steht.

Toxische Schwermetalle wie Metallsalze entstehen in zahlreichen industriellen Prozessen wie beim Reinigen und Beschichten von Metalloberflächen in Galvanikbetrieben. Obwohl sie fachgerecht entsorgt werden müssen, besitzen sie für den Betrieb einen ökonomischen Wert und werden zurückgewonnen.

Derzeit arbeiten ATEC und das IGB an Adsorbern, die chlorierte Kohlenwasserstoffe und Huminstoffe aus Abwässern entfernen, die unter anderem aus Mülldeponien sickern. "In vielen Ländern könnten Bioadsorber helfen, aus verschmutztem Wasser sauberes Trinkwasser zu machen", erläuterte Günter Mann, der 1998 das Unternehmen gründete. (pte)

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