Komplimente annehmen und Kritik wegstecken

21. November 2001, 11:23
posten

Frauen und Männer reagieren unterschiedlich

Frauen fühlen sich durch Lob eher verunsichert als bestätigt. Mit einem "Das hätte doch jeder gekonnt" versuchen sie sich der Anerkennung zu entziehen, ohne daraus Power und Selbstwertgefühl zu ziehen.

Entspannter bei Kritik

Beim Tadel ist der Unterschied noch ausgeprägter. Nur die wenigsten reagieren entspannt, wenn ein Kollege oder der Vorgesetzte Kritik ausspricht. Ganz im Gegenteil: Die Worte werden zu persönlich genommen, anstatt sie sachlich zu analysieren. "Anders als Männer, die auch Missstimmungen in Kauf nehmen, wenn sie ihre Meinung durchsetzen wollen, versuchen Frauen stets eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen, und es deshalb allen recht zu machen."

Weiblicher versus männlicher Tadel

Männer bringen Kritik meist direkt, ohne Ausschmückungen und mit unbewegter Mimik an. Frauen verpacken den Tadel in nette Worte und ein Lächeln, um andere nicht zu verletzen. Wenn sie jedoch auf die männliche Art und Weise zurechtgewiesen werden, sind sie vor den Kopf gestoßen und verletzt. Kritik bedeutet aber, dass man als Person ernst genommen wird. Wer es schafft, mehr auf der Sachebene zu bleiben und die angesprochenen Probleme objektiv zu analysieren, ist auf dem richtigen Weg.

Wo bleibt das Lob?

Für viele Männer bedeutet "nicht kritisieren" ist "loben". Die nicht ausgesprochene Anerkennung verunsichert die weiblichen Kollegen jedoch, sie warten auf positive Rückmeldungen. Wer zu lange warten, kann eine Stellungnahme mit dem Satz "Und wie finden Sie das?" einfordern.

Der ideale Umgang mit Lob und Kritik will gelernt sein, da nur ein souveränes Umgehen damit, Selbstbewusstsein ausstrahlt, soziale Kompetenz beweist, die Position im Job festigt und so die Karriere vorantreibt.

(red/Quelle:Oppermann, K. /Weber, E.: "Frauensprache, Männersprache". mgv-Verlag)

Share if you care.