Wilhelmine Goldmann chauffiert Postbus

8. März 2001, 19:45

Erstmals eine Frau im Vorstand eines ÖIAG-Unternehmens - im Duo mit Werner Ott

Wien - Am Donnerstag hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG unter der Leitung von ÖIAG-Chef Johannes Ditz den Zweiervorstand für die Postbus AG bestellt. Neben dem aus Deutschland vor rund einem Jahr geholten Dkfm. Werner Ott wurde Dkfm. Wilhelmine Goldmann, Bereichsleiterin für Privatisierung in der ÖIAG, nominiert. Mit Goldmann wurde, ausgerechnet am "Tag der Frau", erstmals eine Frau für einen Vorstandsposten in der ÖIAG-Gruppe gekürt.

Die Ausschreibungsfrist für den Postbus-Vorstand war bereits am 18. September 2000 abgelaufen. Da die für die Ausgliederung notwendige Novelle zum Poststrukturgesetz - nach der Bewältigung arbeitsrechtlicher Hürden - erst vor kurzem vom Nationalrat beschlossen wurde, konnte die Bestellung nicht früher erfolgen. Seit 1. März 2001 gehört der Postbus zu 100 Prozent zur Staatsholding ÖIAG.

Fitnessprogamm für Privatisierung

Das neue Vorstandsduo soll den Busdienst mit 3.300 Beschäftigten, der in 1.600 Bussen 150 Millionen Fahrgäste befördert, für die Privatisierung fit machen. Im Jahr 2000 kam der Postbus mit 90 Mill. S Verlust wieder unter die Räder, nachdem er nach einem langjährigen Rationalisierungsprozess 1999 erstmals ein operatives Plus von 90 Mill. S einfahren konnte.

Als Grund für das verschlechterte Betriebsergebnis werden einerseits um 30 Mill. S höhere Treibstoffkosten als 1999 gesehen, andererseits geringere Verkehrsverbundeinnahmen im Ausmaß von 100 Mill. S und eine interne Leistungsabrechnung mit der Gelben Post in Höhe von 60 Mill. S. Ohne diese Mehraufwendungen hätte der Postbus auch 2000 mit einem Plus von rund 90 Mill. S abgeschlossen.

Neuer Anlauf für Zusammengehen mit Bahnbus

Die im Vorjahr betriebene Zusammenführung von Postbus und Bahnbus (die ÖBB-Busflotte ist mit rund 800 Bussen halb so groß) war an Führungsfragen und unterschiedlichen Bewertungsvorstellungen gescheitert. Jetzt soll aber ein neuer Anlauf für ein Zusammengehen der beiden staatlichen Busgesellschaften unternommen werden, für den sich ÖBB Personenverkehrschef Gerhard Stindl besonders einsetzen will.

Dass mit Hermine Goldmann eine Frau in den Postbus-Vorstand einzieht, bezeichnete der Vorsitzende des Zentralausschusses der Postgewerkschaft, Robert Wurm, gegenüber der APA als "richtig charmant". (APA)

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    foto: semotan
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