Klares Votum für Ehe und Familie

8. März 2001, 12:36

Laut "Werte-Studie" ist die "Bereitschaft zum Kind" nach wie vor hoch

Linz/Wien - Ein klares Votum für Ehe und Familie hat eine österreichweite Umfrage erbracht, die im Rahmen der so genannten "Europäischen Wertestudie" erstellt wurde. Vor allem jüngere Frauen tendieren demnach wieder verstärkt zur ehelichen Partnerschaft. Auch die "Bereitschaft zum Kind" sei hoch, ergab die Umfrage, deren Ergebnisse am Donnerstag präsentiert wurden.

Die Umfrage wurde vom Institut für Pastoraltheologie der Universität Wien durchgeführt. Die Daten stammen von 1.400 Österreichern über 18 Jahre, Erhebungszeitraum waren die Jahre 1999 und 2000. Es wurden auch Vergleiche mit ähnlichen Befragungen anfang der neunziger Jahre hergestellt.

Familie vor Arbeit

Unter den "wichtigsten Lebensbereichen" rangierte bei der jetzigen Umfrage die Familie - mit 89 Prozent Nennungen - eindeutig an der Spitze, gefolgt von der "Arbeit" mit 66 Prozent und den "Freunden" mit 44 Prozent. Die Familie wird vor allem als "Raum für Selbstverwirklichung" und als "Bollwerk gegen die Welt draußen" verstanden.

"Überholte Einrichtung?"

Gefragt wurde weiters, ob die Ehe eine "überholte Einrichtung" sei. Dies bejahten nur 21 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen. "Mit anderen Worten, rund 80 Prozent stehen positiv zur Ehe", so Regina Polak, eine der Autorinnen der Umfrage. Bei den Frauen unter 30 Jahren waren nur 18 Prozent der Ansicht, dass die Ehe "out" sei, "jüngere Frauen tendieren wieder zur Eheschließeung", so Polak, "möglicherweise sehen sie in der Eheschließung eine Sicherung, es könnte aber auch ein neuer Konservativismus im Kommen sein".

Respekt, Treue,...

Bei den "Erwartungen" an Ehe und Partnerschaft stehen mit jeweils rund 80 Prozent Respekt, Treue, Verständnis und Toleranz an der Spitze, Sex wird von knapp über 60 Prozent "erwartet". Erwartungen in religiöser oder politischer Hinsicht spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. 66 Prozent der Frauen und 57 Prozent der Männer sagten auch, dass die Berufstätigkeit der Frau als "Weg zur Unabhängigkeit" positiv zu beurteilen sei. (APA)

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