Deutsche Forscher identifizieren Ursachen für die Erderwärmung

6. März 2001, 15:38

Eiswolken, die sich bei größerer Luftverschmutzung langsamer auflösen

Oberpfaffenhofen - Forscher des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) und der Universität Stockholm haben weitere Ursachen für die Klimaerwärmung gefunden. Die für die Erderwärmung verantwortlichen Eiswolken lösen sich in der stark verschmutzten Luft der nördlichen Halbkugel weniger schnell auf als in der saubereren südlichen Halbkugel, teilte das DLR am Dienstag in Oberpfaffenhofen mit. Je länger die Wolken durchschnittlich am Himmel bleiben, desto stärker erwärmt sich die Erde, erklärten die Wissenschafter.

Grund für die langsamere Auflösung seien Partikel in der Luft, die die Zusammensetzung der Wolken beeinflusse, sagte der Klimaforscher von der Universität Stockholm, Johann Ström. Die Daten sammelten die Wissenschafter mit einem der wichtigsten Forschungsflugzeuge für die Klimaforschung, der Falcon 20E des DLR. Das Flugzeug ist den Angaben zufolge seit 1976 im Einsatz. Mit Hilfe des Flugzeugs gingen Forscherteams weltweiten Klimaveränderungen auf den Grund, zeichneten Bedingungen für die Bildung kalter Fallwinde in den Alpen auf und erkundeten die Zusammensetzung von Kondensstreifen.

Die Maschine ist im Schnitt 240 Stunden pro Jahr in der Luft. Insgesamt erreichte sie 6.000 Flugstunden. Die Falcon 20E wird von der DLR und anderen wissenschaftlichen Instituten wie dem Max-Planck-Institut sowie Universitäten genutzt. Sie kann in einer Höhe von 13,7 Kilometern fliegen und dringt somit bis in die untere Stratosphäre vor. Bis zu sechs Wissenschafter haben Platz an Bord der "Messplattform".

Das Forschungsflugzeug soll den Angaben zufolge bis 2004 im Einsatz bleiben. Derzeit sei ein neues Flugzeug beantragt, dass höher und weiter fliegen sowie mehr Technik an Bord nehmen könne. Von der neuen Maschine versprechen sich die Forscher, größere Experimente in der Luft machen zu können.
(APA)

Die Verschmutzung in der Hemisphäre sei im Norden dreimal so hoch wie in der Luft der Südhalbkugel
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