Österreichs Sommertourismus als "Problemkind"

5. März 2001, 13:54

TUI/Neckermann: Zu kurze Saison und fehlende Events

Berlin - Die großen deutschen Reiseveranstalter TUI und Neckermann erwarten ein zweistelliges Umsatzplus bei Österreich-Urlauben in der laufenden Wintersaison. Der Sommertourismus in Österreich kranke hingegen an der zu kurzen Saison und am Fehlen von vielfältigen Angeboten im Eventbereich für Schlechtwettertage, sagte Astrid Claasen-Czaja, Gebietsleiterin für West-, Mittel- und Osteuropa bei TUI, am Montag im Gespräch mit der APA am Rande der Tourismusmesse ITB in Berlin.

"Gäste suchen immer häufiger eine Veranstaltung mit außergewöhnlichem Programm und Erlebniswert. Österreich braucht mehr wetterunabhängige Packages, Wandern allein ist im Sommer zu wenig", betonte Claasen-Czaja. Für verregnete Tage seien Alternativprogramme gefragt - etwa Freizeitparks oder Veranstaltungen, die Kultur light erlebbar machen. Bei zunehmender Wetterunabhängigkeit der Programme würde automatisch auch die Saison verlängert.

Nachholbedarf bei All-inklusive-Angeboten

Nachholbedarf in Österreich sieht Claasen-Czaja auch bei All-inklusive-Angeboten, die auf immer stärkere Nachfrage stoßen. Gute All-inklusive-Standards, die keine "Mogelpackung" seien, müssten in Österreich erst geschaffen werden. Bei Österreich-Urlauben erwarte TUI für die heurige Sommersaison ein leichtes Umsatzplus.

In dieselbe Kerbe schlägt Günther Degenhardt, bei Neckermann für Auto-, Bahn- und Busreisen verantwortlich: "Der Sommer ist in Österreich schwierig zu verkaufen, zumal im Vorjahr auch das Wetter nur mäßig war." Im Winter sei Österreich als Urlaubsland für deutsche Gäste dominant, im Sommer hingegen sei das Konkurrenzfeld größer. Die Sommersaison dauere in Österreich nur von Ende Mai bis Ende September, in Italien oder Spanien vergleichsweise von Anfang April bis Ende Oktober. (APA)

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    foto: austria-tourism
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