Züge im Energiespar-Modus unterwegs

4. März 2001, 16:03

Die Deutsche Bahn wurde dafür mit dem Global Energy Award ausgezeichnet

Wels - Die energiesparende Fahrweise (ESF) von ICE-Hochgeschwindigkeitszügen erspart der Deutschen Bahn DB pro Zugseinheit rund eine halbe Mio. Kilowattstunden. Für die gesamte ICE-Flotte der DB bedeutet dies die Ersparnis von rund 57 Mio. Kilowattstunden. Darüber hinaus ergeben sich auch noch Einsparungen für Verschleißteile sowie eine Verminderung von 38.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das Projekt wurde anlässlich des Energiespar-Tages in Wels präsentiert.

Energiesparend fahren bedeutet weitgehend störungsfrei und pünktlich unterwegs zu sein. Dabei werden geschickt jene Fahrzeitreserven genutzt, die bei der Erstellung von Fahrplänen miteingerechnet wurden", so Martin Rühl, Geschäftsführer der Österreich Niederlassung von der Transport-, Informatik- und Logistik-Consulting Gesellschaft TLC. "TLC hat für die Deutsche Bahn die Realisierung des Projektes verwirklicht". Dabei habe sich gezeigt, dass ein Einsparungspotenzial von mehr als fünf Prozent erreicht werden könne. Das entspreche einer Kilowattstunde pro gefahrenem Kilometer, so Rühl.

Grundvoraussetzung für das System sei aber die Datenversorgung betreffend der Fahrstrecke, mit spezifischen Angaben zur Neigung und Kurvenradien, einer elektronischen Datenbank des Fahrplans, genaue Angaben über die Spezifika der Fahrzeuge wie etwa Masse und Leistung und dynamische Daten wie etwaige Langsamfahrstellen, so Rühl. Vorerst kann dies nur bei ICE-Garnituren durchgeführt werden. In weiterer Folge soll dies dann auch auf beim Regional- und Nahverkehr angewandt werden.

"Die künftigen Fahrstrategien orientieren sich in erster Linie an einem Ausrollen der gesamten Zugsgarnitur. Vergleichbar ist das damit, dass ein Auto bereits 30 Kilometer vor einer Kreuzung auf die rote Ampel reagiert", so Rühl. "Beim ICE-Zug werden die Antriebskräfte vollständig abgeschaltet, so dass der Zug abschnittsweise ausrollt." Voraussetzung dafür ist eine stufenlose Variation der Antriebskräfte, wie es bei Drehstromasynchronmotoren und der vorgeschalteten Leistungselektronik im ICE erfolgen kann.

Getestet wurde das Verfahren bereits in den Jahren 1995 und 1997 vom Institut für Schienenfahrzeuge und maschinelle Bauverfahren der Universität Hannover. Derzeit ist die TLC-Gesellschaft mit der Realisierung von ESF für die ICE-Flotte beauftragt. Abschluss der Arbeiten und die Inbetriebnahme des Verfahrens sind für Mai 2001 vorgesehen. Das Unternehmen TLC, eine hundertprozentige Tochter der DB, wurde 1988 gegründet und hat ihren Unternehmenssitz in Berlin und Frankfurt sowie eine Niederlassung in Wien. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die TLC einen Umsatz von 250.000 Euro. Weitere Unternehmensstrategien sind die Verwirklichungen des ESF für die Deutsche Bahn und die ÖBB. (pte)

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