Schilddrüsen-Operation kann die Stimmbänder schädigen

3. März 2001, 22:29

Die Betroffenen können nicht mehr laut und ausdauernd sprechen

Kassel - Eine Schilddrüsen-Operation kann die Stimmbänder schädigen. Nach Angaben von Medizinern des Roten Kreuz Krankenhauses in Kassel wird bei bis zu zwei Prozent aller Patienten der ein Millimeter starke Stimmbandnerv verletzt. Die Betroffenen könnten dann nicht mehr laut und ausdauernd sprechen. Mit einem neuen, in Kassel angewandten Verfahren könne das Verletzungsrisiko deutlich verringert werden.

Die Ärzte verwenden einen so genannten Nervenstimulator. "Unsere bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass die Rate der dauerhaften Schädigungen des Stimmbandnervs um 50 Prozent reduziert werden kann", sagte Professor Rudolf Heserberg, Chefarzt der chirurgischen Klinik am Roten Kreuz Krankenhaus. Bei dem Verfahren könne der Nerv stimuliert und damit für den Arzt sichtbar gemacht werden. Selbst die Funktion des Nervs könne während der Behandlung überprüft werden.

Eine Operation an der Schilddrüse wird häufig wegen einer Kropfbildung notwendig, die meist auf Jodmangel zurückzuführen ist. Aber auch Knotenbildungen, die beim Schlucken und Atmen behindern, oder der Verdacht auf bösartige Erkrankungen können eine Schilddrüsenoperation erforderlich machen. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Blick in den Kehlkopf

Share if you care.