PR in eigener Sache

21. November 2001, 11:08
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Der Weg zum Erfolg heißt, sich selbst gut verkaufen

Viele Menschen verbauen sich den Erfolg, die berufliche Anerkennung und die Karriere, weil sich sich selbst nicht gut darstellen können. Die Realität beweist aber, dass nicht die Kompetentesten und Leistungsstärksten die Karriereleiter im Eiltempo erklimmen, sondern die Selbstdarsteller und Dampfplauderer.

Viele hoffen darauf, dass ihre Leistung allein für sie spricht. Aber darauf zu warten, dass die Vorgesetzten auf die tollen Leistungen aufmerksam werden, führt nicht zum Erfolg. Public Relations (PR) in eigener Sache ist zwar ein wenig aufwendiger, bringt einen dafür aber sicher zum Ziel.

Tipps

  • Selbstpräsentation nicht mit Großsprecherei verwechseln. Sich selbst in einem Licht zu präsentieren, das die eigenen Vorzüge zu erkennen gibt, heißt vor allem: sich in den richtigen Kreisen zu bewegen. Das bedeutet Selbstpräsentation letztlich: präsent sein.

  • Warten ist keine gute Taktik. Besser ist es, von sich aus aktiv auf andere zuzugehen. Die erste Chance dazu verpassen die meisten schon wenige Tage nach Amtsantritt. Sie hocken in ihrem Büro, anstatt sich bei potenziellen Förderern selbst vorzustellen.

  • Kommunikative Kompetenz ist dafür unerlässlich. Wenn Sie die nicht haben, muss sie trainiert mit Lektüre, Training oder Coaching werden.

  • Die Augen offen halten, Chancen erkennen und sie dann auch nutzen.

  • Lassen Sie sich nicht vom Neid der anderen bremsen. Fürchten Sie Neider nicht, nutzen Sie sie. Neider sind gute Trainingspartner: Man wächst an ihnen, wenn man sich mit ihnen auseinander setzt.

  • Initiative zeigen. Und wenn man auf Ablehnung stößt, muss man lernen, konstruktiv damit umzugehen.

  • Auf das Gegenüber eingehen. Für eine gelungene Selbstpräsentation müssen Sie nicht in erster Linie präsentieren können, Sie müssen zuerst einmal die Signale der anderen wahrnehmen und danach handeln können. Die besten Selbstpräsentatoren sind jene, die perfekt auf ihr Gegenüber eingehen können. Dazu gehört vor allem, dass Sie sich typ- und situationsgerecht präsentieren können.

  • Das oberste Prinzip der Selbstpräsentation heißt: Erfülle Wünsche. Wer lernt, auf sein Gegenüber einzugehen, wird bald erkennen, was der andere will. Menschen zu geben, was sie sich wünschen macht Spaß. Und es bringt Erfolg.

  • Eigenlob stinkt nicht
    Darunter versteht man, die eigenen Fähigkeiten, Erfolge und Handlungen positiv zu präsentieren: "Das habe ich diesmal wirklich gut gemacht!" "Damit muss ich mich nicht verstecken". Besonders Frauen fällt diese Ich-Strategie schwer. Sie halten sich meist im Hintergrund und legen weniger Wert, sich selbst ins rechte Licht zu rücken.

  • Keine falsche Bescheidenheit
    Wo auch immer Sie sind, Sie können Ihrem Gegenüber auf verschiedene Art und Weise Ihre Ansprüche deutlich machen. Wenn Sie zusammen ins Restaurant gehen, dann suchen Sie ein überdurchschnittlich gutes aus. Achten Sie besonders auf Ihr Äußeres! Wichtig ist, dass Sie sich vom Durchschnittsmenschen abheben. Dazu gehört allerdings ein einheitliches Bild. Wer nur darauf Wert legt, mit seinem Titel angesprochen zu werden, ohne dabei die richtigen Manieren an den Tag zu legen, wird auch nicht weit kommen. Das Gesamtbild muss stimmen. Machen Sie auf Ihre besondere Leistungen, Erfindungen oder Einfälle aufmerksam. Wer nun glaubt, dass das alles nur "Angeberei" darstelle, der sollte es doch ganz einfach einmal versuchen, bei der nächsten Gelegenheit, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

  • Expertenwissen hervorkehren
    Es stellt sich meist als Irrtum heraus, darauf zu hoffen, dass andere schon merken, was man kann und was man schon alles geleistet hat. Es ist von enormer Bedeutung in Gesprächen ab und zu subtil einfließen zu lassen, welche Qualitäten man mitbringt.

  • Vertrauens-und Glaubwürdigkeit betonen
    Wenn uns andere als glaubwürdig und vertrauensvoll halten, dann erreichen wir damit ein Image, das uns langfristig einen enormen Vorteil verschafft.

  • Offenheit signalisieren
    Als ein machtvolles Instrument der Selbstdarstellung erweist sich das Zugeständnis eines Blicks hinter die eigenen Kulissen. Damit erzielt man gleich zwei Vorteile: (1) Offene Menschen gelten bei anderen als Beliebter (2) Mit einer offenen Haltung verpflichten Sie den anderen in gewisser Weise auch zu mehr Offenheit Wichtig ist wie immer den Mittelweg einzuschlagen. Hier können Sie sich durch Übertreibungen schnell einen schlechten Ruf einheimsen.

  • Authentische Selbstdarstellung
    Die Präsentation unserer Eigenschaften und Fähigkeiten sollte immer "an der Wahrheit orientiert" bleiben. Darunter versteht man eine rechtschaffende Vermittlung seiner Selbstqualitäten in deren Besitz man sich weiss. Anders ausgedrückt, kleine Schummeleien sind erlaubt, wenn sie sich nicht allzu sehr von der Realtität entfernen. Unsinnig wäre es bespielsweise Fremdsprachenkenntnisse als "ausgezeichnet" anzupreisen, wenn sie nicht einmal in den Grundkenntnissen vorhanden sind.

Hier einige zweischneidige Strategien, die nicht immer hilfreich sind.

  • Vitamin B und name dropping
    Eine beliebte österreichische Variante auf dem Weg zum Erfolg stellen Beziehungen dar. Der Onkel oder ein Freund der Familie hilft schon mal ganz gern dem aufstrebenden Maturanten. Man kann sich aber auch allein durch die bloße Erwähnung von Persönlichkeiten aufwerten. Die Psychologie spricht von "basking in reflected glory". Hier brüstet sich jemand zum Beispiel mit seinen Kontakten zu Prominenten oder herausragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. "Mein Onkel ist Generaldirektor des Unternehmens XY" oder "Mein Vater kennt den Bundespräsidenten persönlich". Auf diese Weise erhofft man, dass ein Teil des Glanzes jener Persönlichkeit auf einen selbst abfällt.

  • Sich einschmeicheln
    Beliebte Menschen haben bei anderen leichtes Spiel, andererseits ist ein zu großer Beliebtheitsgrad nicht immer erwünscht und erzeugt Eifersucht bei KollegInnen. Der Wunsch, beliebt sein zu wollen, geht oft auch mit dem Eindruck der Anbiederung einher.
Welche Darstellungstaktik Sie auch wählen, als Grundrezept gilt: Übertreiben Sie nicht! Weniges und Maßvolles wird von den Interaktionspartnern oftmals als angenehm und positiv, Zuviel und Übertriebenes dagegen als abstoßend und negativ bewertet. (red)
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