Schilddrüse in Veränderung

2. März 2001, 13:06

Frauen von Krebs drei Mal so häufig betroffen

Würzburg - Die Diagnose Schilddrüsenkrebs muss kein Todesurteil mehr sein. Gerade bei frühzeitigem Erkennen stehen längst äußerst effektive Therapien zur Verfügung. Nach Angaben des Würzburger Nuklearmediziners Christoph Reiners liegen die Zehn-Jahres-Überlebensraten mittlerweile bei 75 bis 90 Prozent.

Das Schilddrüsenkarzinom zählt zu den selteneren Tumorarten: Nach Schätzungen der Deutschen Krebshilfe erkranken jährlich drei von 100.000 Menschen in Deutschland neu daran. Frauen seien drei Mal so häufig betroffen. Der Tumor kann in allen Altersstufen vorkommen, am häufigsten tritt er aber bei den 45- bis 55-Jährigen auf.

Neben der Vererbung spielt laut Reiners als Risikofaktor die Bestrahlung des Halsbereichs im Kindes- und Jugendalter eine wichtige Rolle. So sei nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 die Schilddrüsenkrebshäufigkeit bei jungen Menschen in Weißrussland und der Ukraine angestiegen.

Erkennung

Erstes Symptom des Tumors ist nach Angaben des Mediziners meist eine tast- oder sichtbare Verdickung in der Schilddrüse, die allerdings nicht ohne weiteres von den sehr viel häufiger vorkommenden gutartigen Knoten unterschieden werden könne. Selten fänden sich als erste Symptome auch vergrößerte Lymphknoten am Hals oder Tumorabsiedlungen in Lunge und Skelett.

Auch die bösartigen Schilddrüsenknoten verursachen laut Reiners in aller Regel keine Beschwerden. Nur bei sehr rasch wachsenden Krebsformen könne es zu Heiserkeit, Schluckstörungen und Luftnot kommen. PatientInnen, die bei sich solche Knoten feststellten, sollten umgehend eineN ÄrztIn aufsuchen. (APA/AP)

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    foto: john overcast
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