WWF warnt vor Zunahme des Tourismus im Mittelmeerraum

2. März 2001, 11:07

350 Millionen Urlauber werden 2020 die Strände stürmen - 13 Regionen sind bereits heute bedroht

Berlin - Vor einem massiven Anstieg des Tourismus im Mittelmeerraum hat der World Wide Fund for Nature (WWF) gewarnt. Die Naturschutzorganisation forderte deshalb, die touristische Erschließung in besonders sensiblen Meeres- und Küstenregionen einzuschränken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Stiftung nun in Berlin vorstellte.

Danach wird mit einem Anstieg von derzeit jährlich 220 Mio. Touristen auf 350 Mio. Touristen im Jahr 2020 gerechnet. Dies wäre ein Anstieg von 57 Prozent und zöge gravierende Umweltschäden nach sich. Deshalb forderte der WWF die Tourismusbranche auf, durch Nachhaltigkeit der Umweltzerstörung vorzubeugen.

Laut Studie gibt es 13 besonders gefährdete Regionen. Dazu gehören die Balearen, die tunesisch-algerische Küste und die dalmatinische Küste in Kroatien. Schon jetzt seien 25.000 von 46.000 Kilometern Küste besiedelt. Dadurch seien mehr als 500 Tier- und Pflanzenarten der Region vom Aussterben bedroht.

Nach Ansicht von Georg Schwede, Geschäftsführer des WWF Deutschland, kommt den deutschen Urlaubern dabei besondere Verantwortung zu, da sie im Jahr 2020 wahrscheinlich die größte Gruppe darstellen. Schwede kritisierte, dass viele Deutsche ihr Umweltbewusstsein in den Ferien oft zu Hause ließen. Während der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland pro Kopf 140 Liter betrage, verbrauchten beispielsweise Hotelgäste in Spanien durch die Bewässerung von Golfplätzen und für Swimmingpools zum Teil mehr als 800 Liter pro Kopf. Den Menschen müsse klar werden, dass das Mittelmeer nicht das beliebteste Ferienziel der Welt ist, sondern zugleich ein Naturwunder sei. (pte)

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