Vaterschaft fällt in Kategorie "freiwillige Mithilfe"

1. März 2001, 12:29

Guter Wille zwar vorhanden - Traditionelles Rollenbild dominiert noch immer

Wien - Wie sieht die moderne Vaterschaft in Österreich konkret aus? Diese Frage liegt einer Studie der Procter&Gamble Familien Initiative zu Grunde. Das Ergebnis zeigt, dass trotz einiger Fortschritte viele Paare immer noch in die traditionellen Rollen zurückfallen: Mutter hat das Know-How und damit die meiste Arbeit, Vater assistiert. Präsentiert wurde die Untersuchung am Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

Für die Studie wurden 404 Österreicher im Alter von 20 bis 45 Jahren über ihre Vorstellungen, Wünsche, Aufgaben und Verantwortlichkeiten als Väter befragt. Das wesentliche Ergebnis ist, dass die moderne Vaterschaft bisher noch keine deutliche Form angenommen hat. Der Mann sieht sich in der Assistentenrolle der Mutter, die Vaterschaft fällt in die Kategorie "freiwillige Mithilfe". 45 Prozent der Befragten gaben als Grund dafür an, dass sich die Frau "einfach besser auskennt".

"Frau kennt sich einfach besser aus"

Zum Positiven verändert hat sich das emotionale Verhältnis der Väter zu ihrem Nachwuchs: 67 Prozent gaben an, dass ihr Kind fürsorgliche Gefühle bei ihnen weckt und sie eine große Nähe spüren. 44 Prozent verbringen regelmäßig eine fix reservierte Zeit mit dem Sprößling. 41 Prozent versuchen sich so viel Zeit wie möglich zu nehmen, doch ist das "leider nicht sehr oft".

Auch die Zahl der Väter, die bei der "Babyarbeit" mithelfen, ist gestiegen: Beim Wickeln und Füttern beteiligen sich 74 bzw. 72 Prozent regelmäßig oder häufig. Gleichzeitig erklären aber immer noch 72% der Befragten die Partnerin zur Hauptzuständigen für Haushalt und Kinder. 40 Prozent gaben an, mehr für das Spielen und den Spaß zuständig zu sein.

"Wir wollen das Thema 'Vater sein' mehr in das Bewusstsein rücken. Es reicht nicht, wenn sich Frauen auf die Mutterrolle vorbereiten. Auch als Vater und als Paar braucht es Reflexion", meint Uschi Mayer, Generalsekretärin der Procter&Gamble Familien Initiative. Das Zurückfallen in überholte Rollenmuster sei auf die geringe Planung vor der Geburt zurückzuführen. Viele Paare lassen einfach alles "auf sich zukommen". (APA)

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