Tierfett als Industrie-Schmiermittel?

28. Februar 2001, 18:00

Geben täte es genug: 300.000 Tonnen pro Jahr allein in Deutschland

Hamburg - Tierische Fette können möglicherweise als preisgünstiges Schmiermittel in der Industrie verwendet werden. Wie die Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" am Mittwoch berichtete, sind die ersten Untersuchungsergebnisse der Technischen Universität Braunschweig viel versprechend: Tierfette könnten Werkzeugmaschinen genau so gut vor Überhitzung und Verschleiß schützen wie herkömmliche Mineralölprodukte.

Zuvor wurde in Braunschweig nur mit Rapsöl experimentiert. Dessen hoher Anteil an ungesättigten und damit reaktionsfreudigen Fettsäuren führe jedoch zu Problemen - beispielsweise zur Zersetzung von Kunststoffdichtungen. Tierische Fette hingegen, die aus Schweineohren, Kuhfüßen und Kadavern von Nutztieren gewonnen werden, seien erheblich preiswerter als Rapsöl. Den möglichen Marktpreis des aus Tierfett hergestellten Schmiermittels schätzen die Forscher auf 3,90 Mark. Auf Grund der BSE-Krise sinke der Preis für Tierfett weiter.

Fraglich ist bei dem Projekt, an dem auch Volkswagen beteiligt ist und das finanziell von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt wird, allerdings noch, ob eine Gefahr der Ansteckung mit BSE auszuschließen ist. "Es darf nicht das geringste Restrisiko bestehen - sonst ist der Stoff tot", betonte der Braunschweiger Institutsleiter Jürgen Hesselbach in der "Zeit".

Pro Jahr fallen in Deutschland 300.000 Tonnen Tierfett an. Neben Kühlschmiermitteln könnten daraus Zusätze für Motorenöl und Diesel gewonnen sowie Nebenprodukte verarbeitet werden. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.