Motor zur Wasserförderung in Trockengebieten entwickelt

28. Februar 2001, 12:08

Temperaturunterschiede zwischen Ober- und Unterseite treiben ihn an

Dresden/Leipzig - Wissenschaftler der TU Dresden haben ein einfaches und preiswertes Konzept zur Wasserförderung in Entwicklungsländern entwickelt. Bei dem Motor handelt es sich um einen Heißgasmotor mit äußerer Wärmezufuhr. Entscheidend für das Funktionieren ist nach Aussage der Wissenschaftler der Temperaturunterschied zwischen der sonnenaufgeheizten Oberfläche und der gekühlten Unterseite des Motors.

Auf einer kreisrunden Fläche mit einem Durchmesser von rund 1,5 Metern wird es bis zu 120° C heiß. Die im Inneren befindliche Luft zirkuliert durch die Temperaturunterschiede und treibt über Kolben eine Wasserpumpe an. Dieses einfache Prinzip werde den Ansprüchen in Entwicklungsregionen sehr gut gerecht, meint Jürgen Knorr vom Institut für Energietechnik, der das Projekt entwickelte. Der so genannte Stirling-Motor könnte damit langfristig eine Alternative zu den teuren Antriebssystemen mit regenerativen Energien sein, so Knorr.

Seit Sommer 2000 absolviert ein Prototyp an der Universität Aden, Jemen, seinen Probebetrieb, der künftig ein Dorf mit 50 Einwohnern versorgen wird. Die Wissenschaftler aus Dresden bauen zusätzlich ein Netzwerk auf, in dem Partner weitere Stirling-Motoren über einen längeren Zeitraum testen werden. Kooperationen gibt es unter anderem in Ägypten mit einem Projekt zur Felderbewässerung und in China mit einem Projekt für den Reisanbau. Für die Zukunft setzt Knorr auf eine Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Produktion des Motors.

Auf der Leipziger Messe TerraTec, die vom 13. bis 16. März stattfindet, stellen die Dresdner Wissenschaftler am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" ihren Prototyp vor. (pte)

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