Mit dem Netz auf High-Potentials-Jagd

28. Februar 2001, 12:30

Innovative Bewerbungsspiele verändern die Suche nach Mitarbeitern

Wer sich heute bei seiner Jobsuche einzig und allein auf die Stellenangebote diverser Tageszeitungen verlässt, muss schon Glück haben um genau das zu finden, wonach er sucht. Der anhaltende Personalmangel führt nicht nur bei der New-, sondern auch bei der Old Economy dazu, sich bei ihrer Personalsuche vermehrt ins Internet zu begeben. Doch mit einer einfachen Umsetzung des Print-Stellenangebotes ins Netz ist es hier nicht getan. Kreativität ist gefordert, um die Bewerber anzusprechen, die man gerne hätte. Und der Wettbewerb ist groß.

Weltweite Suche im Internet

Eine Studie des US-Marktforschungsunternehmens Recruitsoft/iLogos Research kommt zu dem Ergebnis, dass inzwischen fast 80 Prozent der Top 500 Unternehmen weltweit Online-Recruiting auf ihren Websites betreiben. Zum Vergleich: 1998 waren es erst 29 Prozent. Betrachtet man einzelne Branchen, so wird schnell deutlich, wo eine besondere Nachfrage nach Fachkräften besteht: Die Top 500-Unternehmen im Bereich High-Tech/Internet rekrutieren inzwischen zu 100 Prozent im weltweiten Datennetz. Doch das ist genau das Problem. Wer hier noch auffallen und sich von seinen Konkurrenten unterscheiden will, muss sich etwas einfallen lassen.

Bewerbungsspiel

Ein Bewerbungsspiel kann mehr Erfolg versprechen als die sonst üblichen Online-Fragebögen, die langweilig und wenig kreativitätsanregend sind.Die Firma Siemens praktizierte im letzten Jahr ein solches mit dem Namen "Challenge Unlimited". Zusammen mit Psychologen der Universität Bochum wurde ein Spiel entwickelt, dass potenzielle neue Mitarbeiter mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Die Mitspieler hatten auf dem ein- bis zweistündigen Trip verschiedene Abenteuer zu bestehen. Darunter waren typische Assessment-Center-Aufgaben, Assoziationen und Fragen zur Selbsteinschätzung.

Hinter den Aufgaben verbargen sich abgesicherte Testverfahren, die es ermöglichten, ein Profil des Teilnehmers zu erstellen. Ein Auswertungstool gab den Siemens-Recruitern einen schnellen und präzisen Überblick über das Kompetenzprofil der Mitspieler.

Hervorragende Resonanz

Die Resonanz war enorm und die Verfünfachung der Bewerberzahl ist auf die Verbindung von Psychodiagnostik und Entertainment zurückzuführen. Die meisten Spieler lobten bei der begleitenden Befragung die unkonventionelle und lockere Art, ebenso wie die schnelle erste Kontaktaufnahme durch die Recruiter.

Auch andere Unternehmen wie The Boston Consulting Group beschränken sich nicht mehr nur auf die traditionelle Art des Stellenangebots. Spiele, die auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnittenen sind, bieten neue Möglichkeiten, zukünftigen Mitarbeiter gezielter anzusprechen und über die Auswertung der Spiele bereits eine Vorauswahl zu treffen. (red/Quelle:www.karriereführer.de)

  • Artikelbild
    foto:photodisc
Share if you care.