Die nasse Venus

7. März 2001, 13:38

Das Vorhandensein eines Minerals kann Auskunft über die Vergangenheit unseres Nachbarplaneten geben

St. Louis - Ganz so wie heute die Erde und früher auch der Mars könnte auch unser innerer Nachbar Venus einst ein nasser Planet gewesen sein. Forscher der Washington University in St. Louis schließen dies aus den Zersetzungsraten wasserhaltiger Mineralien unter extremen Temperaturen.

Bisher können über eine derartige Vergangenheit unseres Nachbarplaneten nur Vermutungen angestellt werden. Ein Indiz für einstige Wasservorkommen wäre etwa das Vorhandensein von Deuterium in der Venus-Atmosphäre. Dies könnte deshalb enthalten sein, weil der leichtere Wasserstoff einst in den Weltraum entwich und sein schwereres Isotop Deuterium zurück blieb. Allerdings könnten auch Kometen oder Meteoriten das Deuterium auf die Venus gebracht haben.

Ein sicherer Beweis

Das Mineral, das im Mittelpunkt des Interesses steht, ist Tremolit. Es bildet sich in der Interaktion von Magma mit Wasser und ist - das bestätigten Experimente in Washington - unter Bedingungen, wie sie auf der Venus herrschen, über mehrere Milliarden Jahre stabil.

Natasha M. Johnson und Professor Bruce Fegley vom "Planetary Chemistry Laboratory in Earth and Planetary Sciences" sind es, die ein eventuelles Vorkommen von Tremolit oder ähnlichen wasserhältigen Mineralien auf der Venus erkunden wollen. Finden sie entsprechende Spuren, steht für sie fest, dass es auf der Venus einst Wasser gab. (red)

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    foto: nasa
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