Leben: Die Zutaten sind da draußen

23. Februar 2001, 10:50

"Baustoffe und Wohnorte gibt es reichlich", zieht man auf der AAAS-Tagung Bilanz

San Francisco - Im Weltraum gibt es große Mengen von Wasser und organischen Molekülen. Und dort gibt es vermutlich auch viele Planeten wie die Erde. Die Befunde - vorgestellt auf der Jahrestagung der US-Forschervereinigung AAAS - erhöhen die Wahrscheinlichkeit auf Leben außerhalb der Erde.

Zunächst braucht Leben - sofern es unserem ähnelt - Baumaterialien, Kohlenstoffverbindungen und Wasser. Beides haben US-Astronomen in jenen Staubwolken gefunden, aus denen sich Sterne bilden: Im heißen Zentrum ist Dampf, an den kühlen Rändern Eis, das sich zusammenklumpen könnte.

Zugleich fand sich erstmals im All ein einfaches Kohlenstoffmolekül - Benzol -, aus dem sich komplexere Moleküle bilden können. Es gibt auch Hinweise auf solche Moleküle.

Sie müssen dann noch den richtigen Bauplatz finden, einen lebensfreundlichen Planeten wie die Erde. Zwar hat man schon 53 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gefunden, aber alle sind große Gasplaneten mit exzentrischen Bahnen, auf denen kein Leben hausen kann.

Deshalb vermuteten manche eine Sonderstellung unseres Sonnensystems. Aber kanadische Forscher haben einen ganz neuen Hinweis auf erdähnliche Planeten gefunden. Der ist indirekt - auch alle bisher entdeckten Planeten konnte man nur indirekt erschließen - und geht von der Analyse nahe gelegener Sonnen aus.

Theoretisch haben Sonnen - Himmelskörper, die sich selbst verbrennen - kaum Eisen in ihrer Atmosphäre. Aber die jetzige Analyse zeigte bei vielen von ihnen - der Hälfte - hohe Eisengehalte. Die können nur mit Kometen gekommen sein. Und um Kometen ausgerechnet in Sonnen stürzen zu lassen, braucht es Planeten auf stabilen Bahnen, die Kometen entweder selbst einfangen oder ins Zentrum ihrer Sonnensysteme leiten. (jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. 2. 2001)

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