BrauHolding und Heineken besiegeln Bier-Ehe

22. Februar 2001, 10:53

Kartellbehörden müssen noch zustimmen

München - Der niederländische Heineken-Konzern und die Bayerische BrauHolding der Münchner Schörghuber-Gruppe haben ihre Bier-Ehe besiegelt. Über ein Gemeinschaftsunternehmen werde Heineken eine Minderheitsbeteiligung an den Brauaktivitäten übernehmen, teilte die Bayerische BrauHolding AG (München) am Donnerstag mit. Damit wird erstmals einer der ausländischen Brauriesen maßgeblich auf dem deutschen Biermarkt vertreten sein. Die beiden Konzerne wollen insbesondere weltweit Paulaner-Weißbier vertreiben. Die Kartellbehörden müssen der Partnerschaft noch zustimmen.

Der Aufsichtsrat habe den Verträgen mit Heineken am Mittwochabend zugestimmt, berichtete die BrauHolding. Demnach sollen Heineken 49,9 Prozent und die BrauHolding 50,1 Prozent an dem Joint Venture halten. Die neue Gesellschaft werde voraussichtlich den Namen BrauHolding International AG tragen. Die Schörghuber-Gruppe wird nicht ihre gesamten Brauaktivitäten in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Das Joint Venture werde nur 50 Prozent an der Paulaner Brauerei GmbH & Co KG halten, hieß es. Die andere Hälfte bleibe direkt bei der BrauHolding. Zudem will Schörghuber 62,66 Prozent an der Kulmbacher Brauerei und Aktivitäten in Südamerika einbringen.

Gescheiterte Fusion

Erst vor wenigen Monaten war die Fusion der Bayerischen BrauHolding AG (München) mit der Dortmunder Brau und Brunnen zum größten deutschen Bierkonzern gescheitert. Die Gruppe rechnete für 2000 mit einem Umsatz von 780 Mill. DM (399 Mill. Euro/5,5 Mrd. S) und einem Getränkeabsatz von 5,6 Mill. Hektolitern. Heineken hat nach eigenen Angaben 1999 fast 68 Mill. Hektoliter Bier abgesetzt. Der Umsatz des niederländischen Konzerns stieg um 14 Prozent auf 7,15 Mrd. Euro (98,4 Mrd. S).

Auf dem internationalen Biermarkt ist schon seit Monaten eine Konzentrationswelle im Gange. Der deutsche Markt galt bisher als sehr zersplittert, daher erwarteten Experten vor dem Einstieg ausländischer Konzerne eigentlich zunächst weitere Fusionen unter den inländischen Brauereien. (APA/dpa)

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