Das Handy als treuer Lebensbegleiter

21. Februar 2001, 15:00

Die Visionen der Mobilfunkhersteller und -betreiber

Doch die Visionen der Mobilfunkhersteller und -betreiber reichen weiter: Das Handy soll künftig zum persönlichen Führer in den verschiedensten Lebenslagen werden. Über mobile Portale soll der Handykunde standortspezifische Informationen bekommen, mit Hilfe derer er sich in einer fremden Stadt etwa auf der Suche nach einem Restaurant oder Arzt zurecht findet. Das mobile Internet wird allerdings - wie auch Internetanwendungen ueber das Festnetz - nicht gratis, sondern kostenpflichtig sein, ist der Leiter des Nokia-Bereichs Mobile Internet Applications, Timo Poikolainen, überzeugt.

Content Provider sollen zahlen

Die Frage dabei: Wer bezahlt diese Anwendungen? Die Kunden werden für diese Services ebenso Geld locker machen wie einzelne Unternehmen, etwa Organisatoren von Veranstaltungen oder Restaurants, die als Kooperationspartner der Netzbetreiber die Inhalte für die mobile Services liefern werden, ist Poikolainen überzeugt. Gemanaged werden diese Inhalte voraussichtlich nicht von den Netzbetreibern selber, sondern von Content Providern.

Handy so sicher wie eine Bank

Die Kosten für die Bestellung von Theaterkarten oder die Reservierung eines Tisches im nahe gelegenen Restaurant können entweder über Kreditkarte abgebucht oder zusammen mit der nächsten Telefonrechnung bezahlt werden, erläutert Poikolainen. Ein zentraler Punkt des M-Commerce ist die Zahlungssicherheit. "Handykunden werden künftig den Mobilfunkbetreibern dasselbe Vertrauen entgegenbringen wie ihrer Bank", meint Poikolainen.

Das Geld für die neuen mobilen Anwendungen werden Kunden nicht zusätzlich aufbringen, sondern andere Ausgaben - etwa für Kleider, Essen und Trinken - dementsprechend kürzen, so Poikolainen. Bereits jetzt zeichne sich eine Verlagerung der Haushaltsausgaben Richtung Telekommunikation ab.

Netz-Geschwindigkeit muss ausgebaut werden

Location Based Services sind technisch gesehen bereits möglich, die Netzbetreiber müssen jedoch noch an der Geschwindigkeit ihrer Netze arbeiten. Zum Vergleich: Für reine Sprachübertragung werden 8 bis 16 kbit pro Sekunde benötigt, der herkömmliche Handystandard GSM schafft 9,6 kbit. Für Multimedia Messaging Service (MMS) - das Versenden von Kurznachrichten mit Bildern - reichen 16 bis 32 kbit. Die österreichischen GPRS-Netze schaffen derzeit vergleichsweise rund 25 kbit.

Für das Herunterladen größerer Datenmengen aus dem Internet auf das Handy - etwa eines Stadtplans - werden bereits 32 bis 64 kbit benötigt. Zum Vergleich: Eine ISDN-Leitung läuft mit 64 kbit. Für das Abspielen von Videofilmen auf dem Mobiltelefon braucht es 16 bis 64 kbit. Die größte Herausforderung ist das Abspielen von Musik-Files auf dem Handy, das sogenannte Audiostreaming. Dazu werden 16 bis 128 kbit benötigt. (APA)

  • Artikelbild
    foto: siemens
Share if you care.