Der Code, der nicht zu knacken sein soll

21. Februar 2001, 11:42

Harvard-Forscher Michael Rabin ist sich sicher, die perkfekte Verschlüsselung geschafft zu haben

New York - Computerwissenschafter der Harvard University haben angeblich einen Code entwickelt, der nicht geknackt werden kann. Der Clou liegt darin, dass sich der Verschlüsselungscode selbst zerstört, während er angewendet wird. "Das ist der erste unknackbare Code, der wirklich effizient ist", wird Harvard-Professor Michael Rabin (Bild) in einem Interview für die New York Times zititert.

Rabin arbeitet gemeinsam mit seinem Doktoranden Yan Zong Bing an der Entwicklung des Codes. Die Idee der Selbstzerstörung sei nicht neu, so Rabin, doch bisher mangle es an mathematischen Beweisen, dass der Schlüssel nicht geknackt werden könne. Die von ihm jederzeit beweisbare Lösung benutzt einen Stream beliebiger Zahlen, die in den Ver- und Entschlüsselungscode eingesetzt werden. Die Ziffern werden dabei nicht auf dem PC gespeichert, sondern verschwinden während der Ver- oder Entschlüsselung der entsprechenden Nachricht.

Bisher sei die Lösung lediglich in wissenschaftlichen Seminaren vorgestellt worden, der Professor selbst hegt keine kommerziellen Absichten: "Ich kommerzialisiere nie irgend etwas", so Rabin, der angibt, dass er seine Lösung, die die Einfachheit per se sei, als Abwechslung von den üblichen Forschungen gesehen habe. Fühere Kodierverfahren beruhten laut Rabin darauf, so viele Berechnungen anstellen zu müssen, um einen Code zu brechen, dass selbst der beste Rechner dazu nicht in der Lage ist. Die Sicherheit beruhe auf den Glauben, dass niemand eine Abkürzung findet. Doch eine solche Abkürzung warte nur darauf, von einem Mathematiker entdeckt zu werden. (pte)

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    foto: pte/new york times
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