Die Bewerbung über die eigene Homepage

17. Jänner 2002, 17:59
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Kommt das bei Unternehmen gut an?

Viele Bewerber haben die Idee, den Unternehmen, für das sie tätig werden wollen, keine kompletten Bewerbungsunterlagen mehr zu schicken, sondern die Personalentscheider in einem einseitigen Brief mit einem Hinweis auf die eigenen Homepage neugierig zu machen. Diese können sich dann die kompletten Bewerbungsunterlagen online anschauen.

Innovativ oder Belästigung

Die Frage dabei ist, ob so eine Form der Bewerbung bei den Firmen gut ankommt: Halten die Personalverantwortlichen diese Vorgehensweise für innovativ oder fühlen sie sich durch die Mühe, sich die Informationen selbst holen zu müssen, belästigt?

Statistik

Die Statistik spricht gegen diese Form der Bewerbung: Die Mehrheit der Top-100-Unternehmen zieht derzeit immer noch die klassische Bewerbungsmappe vor. Grundsätzlich gilt aber auf die Aufforderungen in der Stellenanzeige zu achten.

Inserate genau lesen

In Stellenangeboten von Unternehmen der IT- oder der Medien-Branche ist immer öfter der Wunsch eingebaut, ein Bewerbungsschreiben per E-Mail zu übermitteln und die üblichen Anlagen wie Lebenslauf, Zeugnisse, Foto etc. dem Anschreiben als Anlage anzuhängen. Die Entscheidung, welche Bewerbungsform und welcher Bewerbungsweg der passende ist, sollte davon abhängig gemacht werden, wie es das betreffende Unternehmen am liebsten hätte.

Die Botschaft

Jeder Bewerber will sich mit seinem Schreiben, mit seinen Unterlagen von den Konkurrenten im Wettbewerb um die ausgeschriebene Stelle abheben. Der Personalchef muss überzeugt werden, wer durch fachliche Qualifikation und persönliche Stärken ganz besonders gut für die zu besetzende Stelle geeignet sind.

Sebstvermarktung im Netz

Ob dieser Zweck schon mit einer Homepage erreicht wird, ist in Frage gestellt. Das kommt auf den Geschmack und die persönlichen Vorlieben des Betrachters an.

Eine Möglichkeit, um bei Personalchefs, die eine Bewerbung per Homepage nicht schätzen, trotzdem als Kandidat in Betracht gezogen zu werden, ist die doppelte Bewerbung: Fügen Sie dem konservativ oder online versandten Bewerbungsschreiben als weitere Anlage doch einfach einige Arbeitsproben Ihrer Website-Gestaltungen bei. Der Pesonalist, der Lust dazu hat, sich intensiver mit den WebDesign-Kenntnissen eines Kandidaten zu beschäftigen, kann das machen, wer keine Lust oder Zeit hat, kann immer noch die althergebrachte Bewerbungsmappe durchblättern.

Überlegung am Rande

Bewerbungsunterlagen, die im Netz stehen, sind von jedem Internet-User einsehbar. Wer nicht will, dass vertrauliche Daten allgemein bekannt werden können, sollte auf diese Innovation verzichten. (red)

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