Berlusconi: "Bossi und Fini sind nicht gefährlich"

20. Februar 2001, 12:48

Italiens Oppositionschef verteidigt seine Verbündeten vor Attacke von "Financial Times"

Rom - Der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi weist die Kritik der britischen Tageszeitung "Financial Times" zurück, der zufolge im Fall seines Wahlsiegs bei den Parlamentswahlen im Frühjahr in Italien ein zweiter "Fall Österreich" entstehen könnte. Berlusconi zeigte sich am Dienstag in einem Interview mit dem Radiosender "Radioanch' io" vor allem wegen der Attacken der Tageszeitung gegen seine Verbündeten, den Chef der rechten Nationalallianz, Gianfranco Fini, und dem Vorsitzenden der norditalienischen Autonomiebewegung Lega Nord, Umberto Bossi, entrüstet, die laut "Financial Times" "vieles mit (dem FPÖ-Altobmann Jörg) Haider und seiner Partei gemeinsam haben".

"Der Artikel über Italiens politische Lage ist offensichtlich von unseren Linksparteien inspiriert worden, die im Ausland unser Land in Verruf bringen wollen. Die fehlerhaften Ansichten über Bossi und Fini sowie über meine Wirtschaftspolitik beweisen, dass die Tageszeitung über die politische Situation in unserem Land nicht gut informiert ist", betonte Berlusconi in dem Radio-Interview.

"Fini und Bossi haben nichts mit Haider zu tun"

"Fini und Bossi haben nichts mit Haider zu tun. Die EU akzeptiert aber eine Regierung mit Haider, weil für ihn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und seine ÖVP bürgen. Warum sollte dann die EU eine Regierung mit Fini und Bossi nicht dulden, wenn für sie Berlusconi garantiert, der Mitglied der Europäischen Volkspartei ist?", fragte der Chef der Christdemokratischen Union, Rocco Buttiglione, der zu Berlusconis Verbündeten zählt.

Eine andere Ansicht vertrat der außenpolitische Experte der Linksdemokraten, Luigi Colajanni. "Die Mitte-Rechts-Allianz hat vieles mit Haider und seiner Partei gemeinsam. Berlusconis Opposition spricht von politischer Aggression sobald man Bedenken über ihre Glaubwürdigkeit in Europa und über die Schäden äußert, die sie Italien anrichten könnte. Diese Bedenken sind in Europa stärker als man annimmt", so Colajanni. (APA)

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    foto: ansa
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