Erstes deutsches Handelssystem für Privatanleger

19. Februar 2001, 15:31

Quotrix soll Lücke im Börsenangebot füllen

Düsseldorf/Eschborn - Privatanleger in Deuschland können in Kürze erstmals vom heimischen PC aus nach dem Market-Maker-Prinzip direkt Aktien an der Börse kaufen und verkaufen. Die Börse Düsseldorf, die Nachrichtenagentur vwd und die Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG stellten heute, Montag, in Düsseldorf ein entsprechendes Handelssystem auf Internetbasis mit dem Namen Quotrix vor, das im zweiten Quartal 2001 an den Start gehen soll.

Mit dem neuen System entstehe ein neutraler, regulierter und überwachter Marktplatz mit freiem Zugang, heißt es. Privatanleger können über Quotrix zunächst die gesamten deutschen Aktien des DAX, MAX und des Neuen Marktes sowie ausgewählte internationale Werte handeln - insgesamt über 1.000 Titel. Spezialangebote im Bereich Optionsscheine sollen später hinzu kommen.

Lücke im Angebot

Das System fülle eine Lücke im Börsenangebot insbesondere für private Anleger, da das bestehende elektronische Handelssystem Xetra sich eher zu einem europäisch ausgerichteten Marktplatz für Banken und institutionelle Anleger entwickelt, betonten die drei Gesellschafter in Düsseldorf. Im Gegensatz zum bekannten, indirekten Ordervorgang über die bestehenden Systeme der Börsen kommunizieren beim neuen System Market Maker direkt mit dem Anleger. Sie stellen auf Verlangen Quotes, die der Anleger handeln kann.

Als Basis des neuen Angebotes dient die bereits seit Jänner 1999 arbeitende außerbörsliche Plattform TradeLink, die auch künftig für den außerbörslichen Handel bestehen bleiben wird. TradeLink wurde von der vwd Information Services GmbH (vwd is) aufgebaut und entwickelt. Die drei Partner haben sich darauf verständigt, vwd is in eine Aktiengesellschaft zu überführen, an der künftig die Börse Düsseldorf sowie vwd zu je 40 Prozent und Lang & Schwarz zu 20 Prozent beteiligt werden. Der künftige Firmenname des Unternehmens wird Quotrix AG lauten.

Es ist ausdrücklich vorgesehen, die Beteiligungsverhältnisse breiter zu streuen. Weitere Marktteilnehmer können und sollen in die neue Struktur aufgenommen werden. Die Börse Düsseldorf und vwd beabsichtigen jedoch, mittelfristig die Mehrheit an der neuen Gesellschaft zu behalten, um die Neutralität des Systems auch auf diese Weise sicherzustellen. Das Handelssystem soll nach dem Willen der drei Partner rasch weiterentwickelt werden. Vereinbart sind Investitionen zunächst im zweistelligen Millionenbereich. Der Break-even der Quotrix AG solle im zweiten Betriebsjahr erreicht werden. Ein Börsengang des Unternehmens selbst sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen, stehe jedoch nicht im Zentrum der Planungen. (APA/vwd)

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