Immobilien statt Tulpen aus Holland

18. Februar 2001, 20:22

Geringe Steuerbelastung gegen schlechte Chance, Vermögensanteile zu verkaufen

Die Produktpalette, um in Immobilien zu investieren, ist um eine Facette reicher geworden. Neben dem bereits existierenden "Sachwert Rendite Fonds Holland 28" kommt die österreichische Tochter des Hamburger Investmenthaus Münchmeyer Petersen Capital MPC mit einem weiteren geschlossenen Immobilienfonds auf den österreichischen Markt.

Der "Holland 32", eigentlich eine Kommanditgesellschaft, investiert in niederländische Büroimmobilien und kann ab heute bei den Partnerbanken wie der Erste Bank oder der Raiffeisenlandesbank Wien/ NÖ gezeichnet werden. Mit einem Mindestbetrag von 10.000 Euro (137.603 S) ist man dabei. Das einzubringende Kapitalvolumen beträgt 6,5 Mio. Euro, und sobald dieser Betrag erreicht ist, schließt sich der Kreis der Anleger.

Günstiges Steuerrecht

Durch die Tatsache, dass die Einkünfte der Vermietungen unter das niederländische Steuerrecht fallen, kann man mit einem niedrigen Steuersatz rechnen. Dort gilt eine fiktive Renditenannahme von vier Prozent, die dann mit 30 Prozent besteuert wird. Damit liegt die Steuerbelastung bei rund 1,2 Prozent des gebundenen Vermögens. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und den Niederlanden sind die Erträge dann bis auf den Progressionsvorbehalt steuerfrei. Der Investor kann mit einer jährlichen Nettoausschüttung von rund 6,7 Prozent rechnen. Substanzgewinne sind bei der Veräußerung steuerfrei. "Wir erwarten zumindest eine Steigerung des Substanzwertes von durchschnittlich einem Prozent im Jahr", sagt Guido Wohlfeil, Geschäftsführer der MPC Austria.

Nach zehn Jahren Laufzeit könne der Anleger mit einer Rendite von durchschnittlich zehn Prozent im Jahr rechnen.

Risikoinvestition

Allerdings gibt es auch Nachteile bei solchen Fondskonstruktionen. "In Österreich ist der Sekundärmarkt nicht existent und in Deutschland unterentwickelt", so Karl Petrikovics, Vorstand der Constantia Privatbank. Sollte keiner der Mitanleger bei vorzeitigem Ausstieg Lust haben, die Anteile zu kaufen, hat man gute Chancen, darauf sitzen zu bleiben. Für die Investition in einen geschlossenen Immoblilienfonds sollte der Anleger auf jeden Fall über entsprechende Liquidität und Zeit verfügen. Im schlechtesten Fall, einer Pleite der Kommanditgesellschaft, läuft der Kommanditist, also der Investor, Gefahr, sein ganzes Geld zu verlieren.

Um dem vorzubeugen, investiert MPC in drei neuwertige Bürogebäude, die zum größten Teil an den niederländischen Staat vermietet sind. Die Mietverträge seien auf zehn Jahre mit inflationsausgleichenden Indexierungen ausverhandelt. Vier Prozent der jährlichen Mieteinnahmen laufen in Rückstellungen für Instandhaltungen oder eventuelle Mietausfälle. (Ernst Eichinger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. 2. 2001)

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