USA fordern nach jüngstem Anschlag ein Ende der Gewalt

17. Februar 2001, 10:49

Die Konfliktparteien sollten die Ruhe bewahren

Washington - Nach dem Sprengstoffanschlag auf einen mit Serben besetzten Bus im Kosovo haben die USA die Konfliktparteien zu einem Ende der Gewalt aufgefordert. In einer Erklärung des US-Außeministeriums verurteilten sie am Freitag den Anschlag, bei dem sieben Serben getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Die Konfliktparteien im Kosovo sollten die Ruhe bewahren, auf Vergeltung verzichten und ihren Konflikt politisch lösen. Die Bemühungen der UNO und der internationalen Friedenstruppe KFOR um Frieden und Stabilität in der Region dürften durch das abscheuliche Verbrechen nicht gefährdet werden, hieß es.

Der Anschlag am Freitag ereignete sich im Norden des Kosovo im Grenzgebiet zu Serbien. Die KFOR hatte den Bus nach eigenen Angaben mit mehreren Fahrzeugen begleitet, als dieser offebar per Fernzündung in die Luft gesprengt wurde. Wer den Anschlag verübte, war zunächst unklar. In dem serbischen Dorf Gracanica, aus dem einige der Toten stammten, randalierten nach KFOR-Angaben rund 600 Einheimische. Sie blockierten Straßen und steckten das Auto des UNO-Verwaltungschefs der Region in Brand. Auch in einem Nachbarort kam es zu Ausschreitungen. Die UNO verwaltet die Region seit Mitte 1999, nachdem die jugoslawischen Truppen die Region nach dem Kosovo-Krieg geräumt hatten.

An der Grenze zwischen dem Süden Serbiens und der überwiegend von Albanern bewohnten Provinz Kosovo hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Zusammenstöße zwischen albanischen Untergrundkämpfern und serbischen Polizisten gegeben. Am Mittwoch waren ein serbischer Mann getötet und zwei Kinder verletzt worden, als ein Unbekannter einen Bus überfallen hatte. Die jugoslawische Regierung wirft den albananischen Untergrundkämpfern vor, das überwiegend von ihrer Volksgruppe bewohnte Presevo-Tal an den Kosovo anschließen zu wollen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.