UNO will Beitrag von Frauen für den Frieden würdigen

16. Februar 2001, 13:53

Die ersten Preisträgerinnen wurden bekannt gegeben

New York - Mit einer neuen Auszeichnung wollen die Vereinten Nationen den Beitrag von Frauen für den Frieden würdigen. Stifter des so genannten Millenniums-Friedenspreises für Frauen sind der UNO-Entwicklungsfonds für Frauen (UNIFEM) und die in London ansässige Menschenrechtsorganisation International Alert. Die ersten Preisträgerinnen wurden am Donnerstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York bekannt gegeben. Es sind vier Frauen und zwei Organisationen. Ausgewählt wurden sie von einer elfköpfigen internationalen Jury.

Eine der Preisträgerinnen ist die Kosovo-Albanerin Flora Brovina, die unter der früheren jugoslawischen Regierung wegen Unterstützung der albanischen SeparatistInnen inhaftiert wurde. Die Ärztin, die zu den prominentesten politischen Gefangenen in Jugoslawien zählte, wurde im November nach dem Sturz von Präsident Slobodan Milosevic freigelassen.

Frauen bei der Scheidung unterstützt

Ausgezeichnet werden außerdem die zwei pakistanischen Schwestern Asma Jahangir und Hina Jilani. Sie gründeten eine Organisation, die Frauen bei der Scheidung von Männern hilft, die ihre Ehefrauen misshandeln. Die vierte Preisträgerin, Veneranda Nzambazamariya aus Ruanda, erhält die Auszeichnung posthum. Sie leitete einen Dachverband von über 30 Frauenorganisationen, die nach dem Völkermord in ihrem Land 1994 gegründet wurden. Nzambazamariya kam im vergangenen Jahr bei einem Flugzeugunglück ums Leben.

Bei den ausgezeichneten Organisationen handelt es sich um zwei Frauenverbände aus Kolumbien und Papua-Neuguinea. Die Preise werden am 7. März am Sitz der Vereinten Nationen überreicht. Der UNO-Entwicklungsfonds für Frauen begründete die Schaffung des neuen Preises damit, dass die Rolle der Frauen für den Zusammenhalt der Familien in Kriegen und für die Aussöhnung nach den Konflikten vom Friedensnobelpreis-Komitee in Oslo weitgehend ignoriert werde. Von den über 100 FriedensnobelpreisträgerInnen sind nur zehn Frauen. (APA/AP)

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