Pflanzenkost schützt vor Krebs

15. Februar 2001, 14:41

...und zwar vermutlich vor allen Krebsarten

Frankfurt/Main - Obst und Gemüse vermindern das Risiko für fast alle Krebsarten - sogar für solche, die nicht als ernährungsbedingt gelten wie Lungenkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrem aktuellen Ernährungsbericht, für den epidemiologische Studien wissenschaftlich ausgewertet wurden.

Viele Faktoren wirken schützend

An der schützenden Wirkung seien viele Stoffe beteiligt, darunter die Vitamine E und C, Spurenelemente und Ballaststoffe, teilte die DGE am Donnerstag in Frankfurt mit. Die Erforschung ihrer Anti-Krebs-Wirkung stehe noch am Anfang. Sehr wahrscheinlich seien nicht einzelne Faktoren, sondern das Zusammenspiel verschiedener Faktoren entscheidend.

Ernährungsgewohnheiten seien beispielsweise maßgeblich für die Entstehung von Dickdarmkrebs verantwortlich. Wer fettarm und viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Fisch esse, könne das Erkrankungsrisiko mindern. Gut sei auch Sport.

Roh und gekocht

Sowohl roh als auch gekocht habe Gemüse von allen Lebensmitteln die beste Schutzwirkung, berichtete die DGE. Welche Gemüseart besonders gut Dickdarmkrebs vorbeugt, sei nicht genau geklärt - bisher sei die beste Wirkung für Tomaten und Hülsenfrüchten ermittelt. Zu viel Fett im Essen, vor allem in Fleisch und Wurst, fördere dagegen möglicherweise die Entstehung von Dickdarmkrebs.

Auch bei Magen- und Brustkrebs fanden die WissenschafterInnen eine vorbeugende Wirkung pflanzlicher Kost. Wahrscheinlich schütze der Verzehr von viel Obst und Gemüse. Bei der Entstehung von Magenkrebs spielten aber auch chronische Magengeschwüre oder möglicherweise Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori eine Rolle.

Gegrilltes und Salzreiches risikoreich

Als Risikofaktoren gelten außerdem salzreiche Lebensmittel und der häufige Verzehr von gegrilltem Fleisch oder Fisch. An der Entstehung von Brustkrebs seien starkes Übergewicht und hoher Alkoholkonsum sowie ein hoher Verzehr von Schwein, Rind und Lamm möglicherweise beteiligt, während Vitamin C, Carotinoide und Ballaststoffe das Risiko vermutlich senken. (APA/dpa)

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