Norwegische Rechtspopulisten nach Sex-Skandal im Umfrage-Tief

14. Februar 2001, 17:52

Nur mehr 19,9 Prozent Unterstützung

Oslo - Die mit Sex-Skandalen in die Schlagzeilen geratene Fortschrittspartei Norwegens hat in Umfragen deutlich an Unterstützung verloren. Nachdem der stellvertretende Parteichef Terje Söviknes nach Vergewaltigungsvorwürfen alle politischen Ämter abgegeben hatte, veröffentlichte die Zeitung "Dagbladet" am Mittwoch eine Erhebung, wonach die rechtspopulistische Partei auf 19,9 Prozent kam.

Die Partei war im letzten Jahr zeitweise mit mehr als 30 Prozent vor allen anderen Parteien einschließlich der allein regierenden Sozialdemokraten gelegen. Die Talfahrt bei den Demoskopen wurde Ende des Jahres durch innerparteilichen Konflikte ausgelöst, bei denen sich neben den Vorwürfen gegen Söviknes dessen Kollegin Siv Jensen vor Journalisten gegen die Behauptung wehrte, sie sei lesbisch und habe sich in der Parteihierarchie "nach oben geschlafen".

Die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage war noch zu Beginn der Enthüllungen über die angebliche Vergewaltigung gemacht worden. Eine 21 Jahre alte Funktionärin der Fortschrittspartei hatte vor Delegierten einer Bezirkskonferenz erklärt, auch sie sei am Rande einer Parteiveranstaltung vergewaltigt worden und wisse von mehreren derartigen Fällen. (APA/dpa)

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