Hosenwechsel bei Levi Strauss

12. Februar 2001, 12:41

Topmanger verlässt Unternehmen

San Francisco - Der Präsident der US-Abteilung des Jeans-Herstellers Levi Strauss & Co, James Lewis, verlässt nach nur einem Jahr im Amt das Unternehmen. Lewis trete von seinem Firmenposten zurück, um sich nun anderen Aufgaben zu widmen, teilte Levi Strauss am späten Freitagabend (MEZ) in San Francisco mit. Während der Suche nach einem Nachfolger werde Firmenchef Phil Marineau zeitweilig seine Aufgaben übernehmen. Marineau werde sicherstellen, dass sich Levi Strauss weiterhin bemühe, eine Wende in der Geschäftsentwicklung zu erreichen. Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern hatte Lewis dazu bereits den ersten Schritt getan, indem er die die finanzielle Ausstattung des Unternehmens verbesserte.

Der Jeans-Produzent hatte in den vergangenen Jahren erhebliche Marktanteile verloren. Im vierten Quartal 2000 war der Nettogewinn nach Unternehmensangaben um mehr als 50 Prozent auf 75,4 Millionen Dollar (80,9 Mill. Euro/1,113 Mrd. S) eingebrochen. Die Umsätze waren um 8,9 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar zurückgegangen. Dies sei aber im Jahr 2000 der geringste Umsatzrückgang im Quartal gewesen und zeige, dass die Bemühungen um eine Wende die Erwartungen übertroffen hätten, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Nach Einschätzung von Harry Bernard, Präsident der Marketingfirma Colton Bernard Inc hatte sich Lewis vor Levi Strauss bei der Modefirma Liz Claiborne durch seine Arbeit im Verkauf und im Marketing einiges Ansehen in der Branche erworben. Levi Strauss müsse nun aber vor allem seinen Markennamen wieder aufbauen und den Herausforderungen durch andere Wettbewerber im Markt für Jugend-Bekleidung begegnen. Diese Aufgabe habe den Stärken von Lewis nicht so sehr entsprochen, sagte Bernard. "Was Levi Strauss immer schon brauchte, war jemand für den Markenaufbau," fügte er hinzu. (APA/Reuters)

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    foto:levis
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