Europa-Aktienfonds auf günstigem Niveau

9. Februar 2001, 16:13

Fondsmanager: Europa aus ökonomischer Sicht nach Marktkorrekturen bestes Umfeld für Aktien

Wien - Nach den jüngsten Kurseinbußen an den europäischen Aktienmärkten orten Experten günstige Einstiegsmöglichkeiten bei europäischen Aktienfonds. "Wir erleben derzeit generell einen schwierigen Zeitpunkt an den Aktienmärkten. Unter den internationalen Märkten bietet Europa aber noch das beste Umfeld für Aktien", meint Kurt Kotzegger, Fondsmanager der Raiffeisen Kapitalanlagegesellschaft (KAG).

Günstige Einstiegsmöglichkeiten

Europa sollte nach überwiegender Expertenmeinung nicht so stark von dem erwarteten Konjunkturabschwung betroffen sein wie die USA oder Japan. Zudem seien europäische Aktien im Vergleich zu US-Titeln günstiger bewertet. Die technischen Indikatoren würden derzeit eine längerfristige Bodenbildung anzeigen. Ein nochmaliger Rückschlag von rund zehn Prozent sei zwar möglich, die große Bereinigung des Marktes dürfte aber vorbei sein, zeigt sich Kotzegger vorsichtig optimistisch, der in den nächsten beiden Monaten günstige Einstiegsmöglichkeiten erwartet.

Leichte Verluste

Die meisten Fondsprodukte mit Schwerpunkt auf europäische Blue Chips haben nach dem schwierigen Börsenjahr 2000 auf Jahressicht leicht an Terrain verloren. Vor allem die in den meisten Fondsportfolios schwer gewichteten Titel von Telekomausrüstern und -betreibern haben den Fonds einiges an Performance gekostet. Entsprechend ihrer Orientierung an europäischen Aktienindizes - wie dem Dow Jones-Eurostoxx - findet man unter den größten Positionen in den meisten Fonds Aktien der Technologie-Medien-Telekom (TMT)-Branche wie Nokia oder Vodafone. An prominenter Stelle rangieren aber regelmäßig auch BP Amoco und GlaxoSmithKline.

Deutlich im Minus liegt bei einem Vergleich der Jahresperformance (per 31. Jänner 2001) der Eurostock der Erste Bank-Kapitalanlagegesellschaft (KAG) Sparinvest mit einer negativen Performance von mehr als vier Prozent. Der Index orientiert sich an der Zusammensetzung des Dow Jones Stoxx 50. Der 3 Banken Euro-Stock-Mix der 3 Banken-Generali Gruppe musste auf Jahressicht 2,24 Prozent einbüßen.

Unterschiedlich haben sich die beiden Europa-Aktien-Produkte der Capital Invest der Bank Austria-Gruppe entwickelt. Während der EuropaTop per Ende Jänner ein Jahresminus von 2,09 Prozent aufweist, konnte der Select Europe im selben Zeitraum 2,12 Prozent zulegen. Gut behaupten konnte sich auch der Allianz Invest Aktien der Allianz Invest mit einer Jahresperformance von 0,70 Prozent. Der Fonds unterscheidet sich von den entsprechenden Produkten der anderen KAGs durch seine Übergewichtung österreichischer Papiere. Heimische Titel weisen im Fondsportfolio einen Anteil von rund 14 Prozent auf.

Einer der Spitzenreiter unter den europäischen Aktienfonds ist der Raiffeisen-Europa-Aktien, der trotz des schwierigen Aktienjahres 2000 mit einem Kursplus von 5,82 Prozent glänzen kann. Kotzegger führt diese positive Entwicklung vor allem auf die stärkere Diversifizierung und den aktiven "Bottom-Up"-Ansatz des Fonds zurück. Damit waren hier TMT-Werte wie Nokia oder Ericsson deutlich geringer gewichtet als bei anderen vergleichbaren Fonds. Unter den größten Positionen würden sich derzeit auch verstärkt defensive Titel wie Versorger oder Finanzwerte finden.

Fonds mit Schwerpunkt auf europäischen Aktien

KAG Fonds Jahresperformance*
Allianz Invest Allianz Invest Aktien + 0,70 %
Capital Invest EuropaTop - 2,09 %
Capital Invest Select Europe + 2,12 %
Raiffeisen KAG Raiffeisen-Europa-Aktien + 5,82 %
Sparinvest Eurostock - 4,63 %
3 Banken-Generali 3 Banken Euro-Stock-Mix - 2,24 %

* per 31. Jänner 2001, Quelle: VÖIG
(APA)
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    foto: photodisc
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