Bayern: "Temelin-Strom kommt mir nicht ins Haus!"

8. Februar 2001, 14:46

Bürgerbegehren: Stromkonzern soll Lieferverträge kündigen

Passau - Aus Protest gegen das umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin will die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Bürgerbegehren in neun bayerischen Städten starten. Die ÖDP setzt damit ihre Kampagne gegen den Stromkonzern E.ON fort. Die jeweiligen Stadtwerke sollen durch das Bürgervotum gezwungen werden, ihre Lieferverträge mit E.ON zu kündigen.

Bürgerbegehren

E.ON plant nach eigenen Angaben eine umfassende Kooperation mit der Temelin-Betreibergesellschaft CEZ. Zunächst seien Bürgerbegehren in Passau, Straubing, Landshut, Dingolfing, Regensburg, Amberg, Cham, Würzburg und Gunzenhausen geplant, erklärte ÖDP-Landesvorsitzender Bernhard Suttner am Donnerstag in Passau.

"Temelin-Strom kommt mir nicht ins Haus!"

Durch Flugblätter, Infostände und Anzeigen will die ÖDP auf das Bürgerbegehren "Temelin-Strom kommt mir nicht ins Haus!" aufmerksam machen. 120.000 Informationsbriefe sollen an Haushalte verteilt werden. Sollten die Bürgerbegehren erfolgreich sein, will die ÖDP die Aktion eventuell auf weitere bayerische Städte wie Ingolstadt und München ausdehnen.

Trotz vieler Proteste in Betrieb

In Passau und anderen Kommunen hatten ÖDP-Stadträte bereits entsprechende Anträge in die Parlamente eingebracht, konnten sich damit aber nicht durchsetzen. In den Bürgerbegehren wird nun gefordert, dass E.ON als Geschäftspartner der Stadtwerke tabu ist, solange Temelin in Betrieb bleibt.

Bereits im November hatte Michael Fehn, Geschäftsführer der tschechischen Tochterfirma E.ON Bohemia, angekündigt, dass der deutsche Konzern sich möglicherweise im Rahmen der Privatisierung der CEZ engagieren werde. Temelin läuft derzeit im Probebetrieb und soll in diesem Jahr trotz vieler Proteste ans Netz gehen. (APA/dpa)

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