Kinder dürfen nun auch Namen der Mutter tragen

8. Februar 2001, 18:45

In Frankreich fällt eine 200 Jahre alte Regelung

Paris - In Frankreich soll die mehr als 200 Jahre alte Bestimmung fallen, wonach ein Kind nur den Nachnamen des Vaters tragen darf. Die Nationalversammlung verabschiedete am Donnerstag in erster Lesung eine Gesetzesvorlage, die den Eltern für ihre Sprösslinge die Wahl zwischen dem Namen der Mutter, des Vaters oder einem Doppelnamen einräumt.

Bei Inkrafttreten der Regelung würde das noch auf Grundsätzen aus der Zeit der französischen Revolution beruhende Namensrecht dem der meisten anderen europäischen Staaten angepasst. Die geltende Praxis hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte als diskriminierend bezeichnet.

Über die Gesetzesvorlage, die sowohl von den Parteien der Linksregierung als auch von den Neogaullisten unterstützt wurde, müssen jetzt der Senat und dann erneut die Nationalversammlung beraten. Justizministerin Marylise Lebranchu zeigte sich reserviert. Die Regierung strebt eine umfassendere Reform des Famlienrechts an. (APA/AP)

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