Kakerlaken gegen AIDS

7. Februar 2001, 18:50

Die chinesische Medizin entdeckt ein neues Tier zum Verarbeiten - und ausnahmsweise mal kein vom Aussterben bedrohtes.

Peking - Chinesische Wissenschafter haben in Kakerlaken chemische Substanzen entdeckt, mit denen sich ihren Angaben zufolge die Immunschwächekrankheit Aids behandeln lässt. Die aus den Schaben gewonnenen Wirkstoffe, darunter der Allergiestoff Alfatoxin, seien ähnlich effektiv wie das vor allem in den USA verwendete Aids-Medikament AZT, hätten aber "weniger Nebenwirkungen", meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch unter Berufung auf Forscher der Medizinischen Universität von Yünnan.

Für eine abschließende Beurteilung sind den Experten zufolge jedoch weitere klinische Versuche erforderlich. Der Dekan der Pharmakologischen Abteilung der Universität, Li Shunan, fand laut Xinhua heraus, dass dem Aids-Virus mit einer aus den Schaben stammenden chemischen Verbindung aus einer Aminosäure und einem Polysaccharid (Vielfachzucker) beizukommen ist.

Li, der seit 20 Jahren auf diesem Gebiet forscht, entdeckte ferner, dass Schaben-Chemikalien auch bei Herzkrankheiten eine nützliche Wirkung entfalten. Aufmerksam auf die Kakerlaken wurden die Forscher, weil eine Volksgruppe in der südwestlichen Provinz Yünnan Schaben seit Alters her zur Behandlung von offenen Wunden verwendet.(APA)

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