Umweltinvestitionen zahlen sich aus

7. Februar 2001, 13:12

AK-Studie: Wirtschaftlich, ökologisch und für Arbeitsbedingungen vorteilhaft

Brüssel - Umweltinvestitionen zahlen sich für Unternehmen aus. Sie rechnen sich finanziell, bringen ökologische Vorteile und schaffen vor allem bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Arbeiterkammer im Auftrag der EU-Kommission, die am Dienstag von Thomas Ritt, einem der vier Studienautoren, in Brüssel erstmals vorgestellt wurde.

Vorrangig investieren Unternehmen, um Abwasser oder Abfall einzusparen. Sie erreichten aber so nebenbei eine massive Verbesserung der Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter, hebt Ritt ein überraschendes Ergebnis der Studie hervor. Die Arbeiter kamen nicht mehr mit giftigen Stoffen in Berührung, die Geruchsbelastung nahm ab, die Lichtverhältnisse verbesserten sich.

Bessere Ausbildung der Mitarbeiter

Der Umstieg auf Umwelttechnologien brachte aber auch eine bessere Ausbildung der Mitarbeiter und damit einher gehend bessere Verdienstmöglichkeiten. Da die meisten Verfahren nur in Teams anzuwenden waren, brachte es mehr Zusammenarbeit und eine flexiblere Arbeitsgestaltung.

Die Studie, für die der Auftrag an die Arbeiterkammer nach einer internationalen Ausschreibung erging, hat in fünf EU-Staaten, darunter Österreich, über 400 Betriebe umfasst, die sich ein Umweltzertifikat geholt hatten. Als wichtigste Motivation für ihre Investitionen nannten 45 Prozent erhoffte Kostenersparnisse, 42 Prozent gaben dem Druck von Kunden nach. Dazu gehören vor allem Zulieferer, etwa der Autoindustrie, so Ritt.

Unternehmer mit Investition hoch zufrieden

Die Unternehmer selber waren mit ihrer Investition hoch zufrieden, zeigt die Studie. 57 Prozent nannten sie einen "großen Erfolg", weitere 25 Prozent "durchaus ein Erfolg". Für Ritt sind die politischen Schlüsse klar, die daraus zu ziehen sind. Die Unternehmen sollten gefördert werden, damit sie mehr für Umweltinvestitionen zu tun. Auch könnte die öffentliche Hand bei ihren Ausschreibungen ein Umweltzertifikat verlangen. Damit würde man nach den Ergebnissen der Studie nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Schutz der Arbeitnehmer viel gewinnen.

Eine Chance für Klein- und Mittelbetriebe sieht Ritt in regionalen Initiativen, in denen Unternehmen einer Branche zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen. Denn für kleinere Unternehmen ist es sehr aufwändig, ein Umweltzertifikat zu erlangen und zu erhalten. (APA)

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