Microsoft-Software droht in Zukunft mit Zwangsaktivierung

6. Februar 2001, 14:00

Mittel gegen Software-Piraterie

Der US-Softwarekonzern Microsoft will mit der Einführung einer neuen Überprüfungstechnik schon bei den kommenden Versionen von Windows und Office die Installation der Software auf mehreren Rechnern unterbinden. Das nur im Geschäft mit Einzelkunden vorgesehene Aktivierungsverfahren als Mittel gegen Software-Piraterie wurde von Microsoft bisher schon in sechs Ländern eingesetzt, darunter auch in den USA.

Zum Abschluss des Setup-Vorgangs muss ein Code an Microsoft übermittelt werden, der neben der nur einmal vergebenen Produkt-ID auch Kennungen von Hardware-Bestandteilen enthält. Nach der Überprüfung dieses "Aktivierungscodes" gibt Microsoft dem Kunden eine Bestätigungsnummer, mit der die Nutzung der Software freigeschaltet wird.

Die Erzeugung der Hardware-ID beruht nach Angaben von Microsoft-Sprecher Thomas Jensen auf den Seriennummern von etwa zehn Komponenten des Rechners. Dabei werde ein Hash-Code erzeugt, der "relativ einmalig" sei. Wenn dann eine bestimmte Produkt-ID mit verschiedenen Hardware-Codes übermittelt wird, verweigert Microsoft die Freischaltung der Nutzung, sofern die Lizenz nur die Installation auf einem einzigen Rechner erlaubt.

Erst wenn mehrere PC-Komponenten auf einmal ausgetauscht werden, so dass sich der Hardware-Code signifikant verändert, muss dies Microsoft erklärt und eine neue Aktivierung beantragt werden. Ohne eine Aktivierung kann Windows nur bis zu 30 Tage nach der Installation genutzt werden.

Das neue Office-Paket mit Word, Excel, Powerpoint, Outlook und anderen Anwendungen soll unter der Bezeichnung Office XP bis Ende Juni auf den Markt kommen. Windows XP, bisher unter dem Codenamen Whistler geführt, ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

(APA/AP)

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