US-Patent läßt Fingerabdrücke am Tatort besser erkennen

6. Februar 2001, 12:37

Neue Substanz günstiger und besser zu handhaben

Philadelphia - Madeleine M. Joullié, Chemieprofessorin der University of Pennsylvania und der US-Geheimdienst haben gemeinsam Chemikalien entwickelt, die das Abnehmen von Fingerabdrücken an einem Tatort wesentlich verbessern sollen. Die patentierten Substanzen (die so genannten Indanedione) sind genauer beim Aufnehmen der Abdrücke, weniger empfindlich in der Handhabung und insbesondere günstiger herzustellen.

Ein Finger hinterlässt beim Abdruck durchschnittlich nur ein Millionstel Gramm an Aminosäuren, Fettsäuren, Glyzeriden, Harnstoffen und Salzen. Um diese zu entdecken, bestäuben die meisten Polizeikräfte der Welt den Tatort mit einem Pulver, das bereits in den 50er-Jahren entwickelt wurde: Ninhydrin. Das Diazafluorenon (DFO) kommt gelegentlich zum Einsatz, kostet allerdings rund 700 Schilling pro Gramm.

Die Inandione aus Pennsylvania können wesentlich günstiger hergestellt werden. Zudem reagieren sie empfindlicher auf die Bestandteile des Fingerabdrucks, in Reaktion mit den Aminosäuren leuchten sie wesentlich stärker als die DFO. Überlegen sind sie ebenfalls in der Weiterverarbeitung der Abdrücke: Die mit DFO vom Untergrund abgenommenen Abdrücke müssen sehr sorgfältig in zeitlich genau geregeltem Ablauf mit trockener Hitze behandelt werden, um dauerhafte Beweise darzustellen. Bei Indanoiden genüge hingegen die Behandlung mit heißem Dampf.

(pte)

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