Notstandshilfe: Armutskonferenz fordert Rücknahme der Kürzung

6. Februar 2001, 14:15

"Von 6.000 Schilling leben zu müssen ist kein Privileg"

Wien - Die Armutskonferenz, ein Dachverband dutzender Sozialvereine wie der Caritas und der Diakonie, fordert in einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein die Rücknahme der Notstandshilfe-Kürzung. "Von 6.000 Schilling leben zu müssen ist kein Privileg", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Brief. "Die Kürzungen treffen das unterste Einkommensfünftel und Haushalte mit Kindern überproportional."

Sozialpolitisch nicht nachvollziehbar

Trotz der Milliardenüberschüsse der Arbeitslosenversicherung seien nun weit über eine Milliarde Schilling an Leistungen für Arbeitslose gekürzt worden, kritisiert die Armutskonferenz. Beim Arbeitslosengeld geht es etwa um die Kürzung der Familienzuschläge und die Verlängerung der Anwartschaft. Bei der Notstandshilfe wurde die Werbekostenpauschale für Verheiratete gestrichen.

Dies sei sozialpolitisch nicht mehr nachvollziehbar. Langzeitarbeitslosigkeit sei kein Problem der Arbeitsunwilligkeit der Betroffenen. Langzeitarbeitslosigkeit sei vielmehr bedingt durch unzureichende Qualifikation, Alter, physische und psychische Probleme sowie "kostenorientierter Kündigungsstrategien", heißt es in dem Brief. (APA)

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