Hoffnung für Birkenpollen- AllergikerInnen

5. Februar 2001, 12:14

Salzburger Wissenschafterin präsentiert neuen Impfstoff

Salzburg - Hoffnung für Birkenpollen-AllergikerInnen - in Form eines neuen Impfstoffes - verspricht die Salzburger Genetikerin Fatima Ferreira. Das Besondere an dem Serum sei, dass es - anders als bei einer herkömmlichen Therapie - keine allergischen Schockreaktionen zur Folge hätte. Der Körper werde zum Aufbau von eigenen Abwehrstoffen angeregt, erläuterte die Expertin.

Der neue Impfstoff soll in Zusammenarbeit mit der Pflanzenphysiologie der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg in Tabakpflanzen vervielfältigt werden. Bevor an eine Marktreife zu denken sei, müssten aber noch mehrere Langzeitversuche durchgeführt werden, schränkte die Leiterin des Forschungsprojektes, Ferreira, ein.

Breitband-Mittel

Das Konzept, das die Salzburger WissenschafteInnen für die Behandlung der Allergie gegen Birkenpollen entwickelten, sei auch für Überempfindlichkeit gegen Hausstaubmilben, Haselnuss-, Birken- und Erlenpollen sowie Äpfel, Nüsse, Sellerie und Karotten anwendbar. "Die Allergene in diesen Erregern gehören alle zur selben Molekülgruppe, es ist jedoch bei jedem Einzelnen eine gesonderte Untersuchung nötig, da es gerade im Detail geringfügige, aber entscheidende Unterschiede gibt", erläuterte Ferreira. Österreich sei mit diesem Ansatz in der Allergie-Forschung weltweit führend, da im Gegensatz zu Methoden US-amerikanischer ForscherInnen nicht nach einem Breitband-Mittel, sondern stets nach exakt bestimmten Wirkungen gesucht werde.

Mit der Errechnung eines idealen Moleküles für die Behandlung von Birkenpollen-Allergie am Computer sei man dem Impfstoff einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Nun gelte es, aus einem bestimmten Pool von Molekülen genau jenes "rekombinante Allergen" herauszufinden, welches die erwünschten - im PC errechneten - Eigenschaften hat.

Der Wissenschaftsfonds genehmigte Angaben Ferreiras zufolge einen Allergieforschungs-Schwerpunkt an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg für die kommenden fünf Jahre. Zudem fördere er die Arbeit der ForscherInnen in den nächsten zwei Jahren mit 15,6 Millionen Schilling. Der Schwerpunkt umfasse insgesamt sieben Projekte. Fünf davon werden in Salzburg durchgeführt, zwei weitere laufen unter Wiener Leitung. (APA)

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