Vorsicht, Kokosnuss!

4. Februar 2001, 13:56

Verletzungen durch herab fallende Nüsse sind auf den Salomonen genauso häufig wie Verkehrs- oder Sportunfälle.

Sydney - Vor "Kopfnüssen" im wahren Sinn des Wortes warnt der polynesische Arzt Hermann Oberli warnt Besucher der Südpazifischen Inseln. Kopf- und Rückgratverletzungen durch bis zu vier Kilogramm schwere Kokosnüsse seien auf den Salomonen genauso häufig wie Verkehrs- oder Sportunfälle, schreibt Oberli in der australisch-neuseeländischen Fachzeitschrift für Chirurgie. Der in Honiara, der Hauptstadt der Salomonen, praktizierende Arzt führt in seinen Akten 122 Kokosnuss-Unfälle.

"Keiner der Patienten ist gestorben, aber wer weiß, was in der Provinz alles passiert." Sechs dieser Patienten hätten schwere Kopfverletzungen, fünf von ihnen Rückgratverletzungen erlitten - ein kleiner Bub leide an einem schweren Gehirnschaden, seit ihm eine Nuss auf den Kopf fiel. Oberli räumte allerdings ein, dass die meisten der Unfälle geschahen, weil Kinder zum Kokosnusspflücken in die Palmen kletterten und herunterfielen.

Touristen habe es bisher noch nicht erwischt, Oberli warnt in seinem Artikel dennoch auch Besucher eindringlich: "Achten Sie auf fallende Kokosnüsse!" In einer Studie aus Papua-Neuguinea wird geschätzt, dass eine Kokosnuss, die aus 25 Metern Höhe herabfällt, eine Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde erreicht.(APA)

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