Ästhetische Annäherung an die göttliche Offenbarung

2. Februar 2001, 21:47

Eine Ausstellung in Berlin zeigt Osmanische Kalligraphie.

Berlin - In Berlin wurde die erste umfassende Ausstellung osmanischer Kalligraphie in Deutschland eröffnet. Als zentrale Ausdrucksform des Islams bietet die Kalligraphie, die "Kunst des Schönen Schreibens", einen Einblick in eine große Weltkultur. Bis zum 8. April werden im Deutschen Guggenheim am Boulevard Unter den Linden mehr als siebzig Werke türkischer Kalligraphen aus fünf Jahrhunderten gezeigt.

Die Ausstellung "Siegel des Sultans" erinnere an die lange Freundschaft zwischen dem Osmanischen Reich und dem Königreich Preußen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen bei der Eröffnung am Freitag Abend. Die Ausstellung beeindrucke durch ihren einzigartigen kunsthistorischen Wert und öffne die Sicht auf eine faszinierende Welt.

Die reich illustrierten Manuskripte und kalligraphischen Kompositionen mit ihren prachtvollen Buchstaben und Ornamenten stammen aus der Sammlung des Sakip Sabanci Museums in Istanbul. Die nach dem türkischen Geschäftsmann und Philanthropen Saki Sabanci benannte Sammlung war zuvor unter anderem im Louvre-Museum in Paris und im Metropolitan Museum of Art in New York gezeigt worden.

Die Kalligraphie ist die angesehenste Form der islamischen Kunst, da der Koran durch die Schrift bewahrt und weitergegeben wird. Nach der Entstehung des Islam im siebenten Jahrhundert verbreitete sich die arabische Schrift unter den Muslimen. Kalligraphen verschönerten die Schrift, um sich damit der göttlichen Offenbarung zu nähern. Sie dienten auch als Vorlagen für Inschriften der großen osmanischen Moscheen. Nach dem Fall des osmanischen Reichs im Jahr 1923 bewahrte eine kleine Gruppe von Künstler die Kalligraphie als eigene Kunstform.(APA/dpa)

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    foto: lesartsturcs.com
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