BSE-Krise hat Folgen für die Jodversorgung

2. Februar 2001, 13:54

Wurstwaren sind der gängigste Lieferant von Jodsalz - Verzicht auf sie kann die Schilddrüse erkranken lassen.

Groß-Gerau - Ehe es zu einem Aufschrei der Vegetarier kommt: Der folgende Artikel ist in erster Linie für Menschen interessant, die sich weniger bewusst zu ernähren pflegen. Diese haben beim Konsum von Fleisch und Wurst ihrem Körper wenigstens ein gutes getan: sie haben ihn mit Jodsalz versorgt - im mitteleuropäischen Raum eine Notwendigkeit.

Wie der Arbeitskreis Jodmangel im hessischen Groß-Gerau mitteilt, könnte sich die ohnehin unzureichende Jodversorgung in Deutschland nun aber drastisch verschlechtern, da Fleisch- und Wurstwaren wegen BSE weniger konsumiert werden und für entsprechenden Ersatz kein Bewusstsein existiert. Bei einem Jodmangel aber drohen ernsthafte Erkrankungen der Schilddrüse.

Der Arbeitskreis rät deshalb, jetzt besonders darauf zu achten, dass bei der Speisenzubereitung im Haushalt ausschließlich Jodsalz verwendet wird. Auch sollte beim Einkauf gezielt nach Brot und anderen Lebensmitteln gefragt werden, die Jodsalz enthalten. Ferner sollten öfters Seefisch, Milch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Es gelte, alle verfügbaren Jodquellen optimal zu nutzen, um das Joddefizit infolge des eingeschränkten Verzehrs von Fleisch- und Wurstwaren auszugleichen.

Bestimmten Risikogruppen wird darüber hinaus empfohlen, in Absprache mit einem Arzt ergänzend Jodtabletten einzunehmen. Dazu gehörten Heranwachsende, Schwangere und Stillende. (APA/red)

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