Kein Altern in Würde mehr?

31. Jänner 2001, 19:23

Immer mehr Menschen setzen sich starken Gefahren aus, um die eigene Lebenserwartung zu steigern.

Stuttgart - Immer mehr Menschen setzen sich starken Gefahren aus, um die eigene Lebenserwartung zu steigern. "Man gefährdet sich zunehmend bei dem Versuch, gesünder zu werden", sagte der Medizin- Professor Reiner Hehrmann vor Beginn der Fachausstellung "Medizin 2001" (2. bis 4. Februar) in Stuttgart. Das Zauberwort "Anti-Aging" erinnere in einigen Bereichen sogar an das Doping im Sport. "Und manches, was da heute geschieht beim Versuch, Zellstoffwechsel und Alterungsprozess zu beeinflussen, ist keineswegs legal."

Der Anspruch, ohne veränderten Lebensstil oder neues Genussverhalten aktiver und leistungsfähiger zu werden, werde durch den freien Verkauf der vermeintlichen "Wunderpillen" unter anderem in den USA und den Niederlanden gefördert. Dort sind laut Hehrmann Substanzen als Nahrungsmittelergänzungsstoffe frei erhältlich, die in Deutschland aus guten Gründen nicht einmal als Medikament zugelassen seien.

Dazu zählte der Stuttgarter Experte den Vorläufer des Testosterons, das so genannte DHEA, dessen Langzeitwirkung "medizinisch und wissenschaftlich überhaupt nicht abgesichert" sei. Auch das Pigmenthormon Melatonin, mit dem der Jetlag verhindert wird, könne vor allem in den USA "in jedem Drugstore gekauft werden".

Ein Wundermittel gegen das Altern sei nach wie vor nicht in Sicht, wenngleich der genetische Anteil des Alterns lediglich bis zu 20 Prozent ausmache. "Den Rest kann man beeinflussen", sagte Hehrmann. Um bis zu zehn Jahren lässt sich nach Einschätzung von Biologen die biologische Uhr mit entsprechenden Maßnahmen zurückdrehen.

Im Kampf gegen Falten, Haarausfall, Vergesslichkeit und nachlassende Leistungsfähigkeit setzen die Mediziner dabei neben gesundem Lebenswandel vor allem auch auf Hormone. Die Lebensspanne als maximale Anzahl von Jahren, die ein Mensch leben kann, ist nach Meinung vieler Mediziner jedoch nicht verlängerbar: Sie beträgt rund 125 Jahre.(APA/dpa)

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    foto: stuart clinic
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