Der Forscher liebstes Tier im Anti-Drogen-Einsatz

26. Jänner 2001, 13:28

Fruchtfliege Drosophila muss sich nun auch zur Ergründung der Kokainsucht hergeben.

Chevy Chase - Wissenschaftler des Howard Hughes Medical Institute (HHMI) haben im Nervensystem von Fruchtfliegen ein Protein identifiziert, das ein Cousin jenes Moleküles ist, auf das Kokain im menschlichen Gehirn abzielt. Die gentechnische Veränderung des Fruchtfliegen-Proteins soll Einblicke darüber vermitteln, wie Kokain das Verhalten verändert und eine Abhängigkeit hervorruft.

Zusätzlich fanden die Forscher heraus, dass das entdeckte Protein, ein Drosophila Dopamintransporter (dDAT), nicht nur bei Kokain, sondern auch bei Antidepressiva eine Rolle spielen könnte. dDAT könnte der gemeinsame molekulare Vorfahre des menschlichen Dopamintransporters (Kokain) und des Norepinephrintransporters (Antidepressiva) sein. Sie sind überzeugt, dass Fruchtfliegen geeignete Modelle für das Studium des menschlichen Suchtverhaltens sein können. Die Wissenschaftler um Susan Amara von der Oregon Health Sciences University erwarten konkret Informationen darüber, wie Medikamente Neurotransmitter Transportmoleküle beeinflussen.

Neurotransmitter Transportmoleküle sind molekulare Sammler, die im Nervensystem vieler Organismen vorkommen. Nachdem Neuronen chemische Signale in Form von Neurotransmittern freigesetzt haben, hängen sich die Transportmoleküle an und bringen die Neurotransmitter zur Wiederverwendung zurück in die Neuronen. Kokain verhindert die Aufnahme des Neurotransmitters Dopamin und verursacht so einen anormalen Aufbau von Dopaminen zwischen den Neuronen. Dieser Dopaminaufbau ist für die kokaintypische Euphorie und andere Effekte verantwortlich. (pte)

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    foto: carolina biological supply company
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