Neues Verfahren zur Ablösung der Netzhaut patentiert

26. Jänner 2001, 12:57

Die "Leipziger Methode" gilt als schneller und risikoärmer als bisherige.

Leipzig - Mit einem neuen Verfahren, das jetzt patentiert wurde, ist es Wissenschaftern der Leipziger Universitäts-Augenklinik gelungen, die Netzhaut wesentlich schneller als bisher vom so genannten retinalen Pigmentepithel (RPE) abzulösen. In der Augenmedizin wird eine solche Ablösung seit einigen Jahren vorgenommen, um eine der häufigsten Ursachen der Erblindung in der westlichen Welt zu heilen: die Degeneration der Makula, des Flecks des schärfsten Sehens im Auge.

Dabei werden Netzhaut und RPE nach der Ablösung um 15 Grad gedreht und dann wieder zusammen gebracht, so dass sich am Ende unter der Makula wieder intaktes RPE befindet. Dieses retinale Pigmentepithel muss sich an die Photorezeptoren der Netzhaut anschmiegen, um ein einwandfreies Sehen zu gewährleisten. Bisher wurde zur Netzhautablösung handelsübliche Infusionsflüssigkeit verwendet. Bei dieser Methode dauert die Ablösung jedoch etwa eine Stunde, während der es zu Komplikationen kommen konnte.

Die Wissenschafter um Professor Peter Wiedemann nutzten jetzt eine Idee des Neurophysiologen Andreas Reichenbach vom Leipziger Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung. Danach werden der im Auge befindliche Glaskörper, der zu 99 Prozent aus Flüssigkeit besteht, sowie das Augenwasser durch eine calcium- und magnesiumfreie Flüssigkeit ersetzt. Die Arbeitsgruppe um Wiedemann konnte zunächst bei Experimenten an Kaninchen nachweisen, dass sich die Netzhaut dadurch leichter und schneller ablösen lässt, ohne dass sie dabei beschädigt würde.(APA/AP)

  • Artikelbild
    foto: clinical anatomy in the internet
Share if you care.