Magersucht kann zu Knochenschwund führen

26. Jänner 2001, 12:32

Herkömmliche Mittel gegen Osteoporose helfen nicht

Bad Aachen - Magersucht ist nicht nur eine bedrohliche Krankheit an sich, sie kann auch Knochenschwund auslösen. Wie das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) in Bad Aachen berichtet, ergab eine amerikanische Untersuchung von 130 magersüchtigen Frauen, dass 92 Prozent von ihnen eine zu geringe Knochendichte hatten. Bei 38 Prozent war der Knochenschwund an Wirbelsäule und Hüfte so stark ausgeprägt, dass er dem Krankheitsbild der Osteoporose gleichzusetzen war.

Je niedriger das Körpergewicht im Vergleich zur Körpergröße war, desto größer war auch der Knochenschwund. Eine Behandlung mit Östrogen, Kalzium und Vitamin D, den herkömmlichen Mitteln gegen Osteoporose, verbesserten die Knochendichte der untersuchten Magersüchtigen nicht, wie Klaudia Hörist, ernährungsmedizinische Beraterin bei DIET betont.

Mehr als die Hälfte der Frauen, die schon vor Erstellung der Studie Hormone eingenommen hatte, konnte damit keine Wiedereinlagerung von Kalzium in den Knochen erreichen. Bei einigen normalisierte sich allerdings der infolge der Magersucht häufig gestörte Menstruationszyklus.

Die DIET-ExpertInnen fordern ÄrztInnen dazu auf, magersüchtige Frauen auf Osteoporose hin zu untersuchen. In Deutschland sind mehr als 100.000 Frauen zwischen 15 und 35 Jahren von der so genannten Anorexia nervosa betroffen, sechs Mal so viele leiden an Bulimie, der Ess-Brech-Sucht. (APA/AP)

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    plakataktion der eu-kommission
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