Semmelfrage: Bäcker bleiben kaisertreu

24. Jänner 2001, 16:21

Einstellung der Kaisersemmel durch Anker für die Bäcker positiv

Wien - Helmut Kaiser hat die Kaisersemmel nicht erfunden. Dafür ist er der Innungsmeister der Wiener Bäcker zu jung. Trotzdem weiß er alles über die 211 Jahre alte Tradition jenes Stücks Gebäck, das der Backriese Anker heuer aus dem Sortiment nehmen will. Wie DER STANDARD berichtete, will Anker die Kaisersemmel durch die einfacher handlebare "Knopfsemmel" ersetzen.

"Die Semmel ist unser Hauptartikel. Ein Qualitätsprodukt. Das, was da in die Ketten kommen soll, ist mit einer echten Kaisersemmel ohnehin nicht zu vergleichen", betont Kaiser. Daher sei das, was Anker in die Regale bringen will "für uns positiv, zumal so mit dem Irrtum aufgeräumt wird, dass Kaisersemmeln maschinell hergestellt werden können".

Schließlich stammt das Namensprivileg von Kaiser Joseph II. persönlich. Dieser, geht aus Dokumenten des späten 18. Jahrhunderts hervor, war dereinst von einer Leistungspräsentation der Wiener Bäcker so beeindruckt, dass er ihnen gestattete, die "fünffach gerissene Semmel fürderhin in allen Zeiten Kaysersemmel zu nennen". (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.01.2001)

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    foto: cremer
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