Was schützt die Zellen vor Krebs?

24. Jänner 2001, 12:45

Britische ForscherInnen haben eine heiße Spur

Oxford - Daniel Peeper, Jan-Hermen Dannenberg, Sirith Douma und KollegInnen der britischen Firma Prolifix Ltd. gelang die Identifizierung eines zweistufigen Prozesses, der Zellen vor einer Krebserkrankung schützt. Demnach sind zwei Gruppen von Genen bzw. die darüber erzeugten Proteine am Schutzmechanismus beteiligt. Sind sie hingegen mutiert, geht die Zelle zu unkontrolliertem Wachstum über, berichten die KrebsforscherInnen in der aktuellen Ausgabe von Nature Cell Biology.

Wucherbremse aus Proteinen

Im Labor veränderten die ForscherInnen Zellkulturen so, dass sie ein funktionsverändertes Protein namens onkogenes Ras produzieren, das diese Zellen unkontrolliert wuchern lassen und zur Tumorbildung führen kann. Üblicherweise verhindert ein Schutzmechanismus das Wuchern: Die Gegenwart von onkogenem Ras stimuliert in den Zellen die Produktion zweier weiterer Proteine, p19ARF und p53, die das wuchernde Wachstum der Zellen verhindern. Doch die ForscherInnen fanden heraus, dass diese Wucherbremse noch von weiteren Proteinen abhängt. Selbst bei funktionstüchtigen p19ARF und p53 kann es zum unkontrollierten Zellwachstum kommen, wenn Proteine der Retinoblastom-Familie defekt sind. In ihrem Bericht zeigen die ForscherInnen, dass eine Mutation von zwei oder mehr der Retinoblastom-Gene und daraus resultierende funktionsuntüchtige Proteine namens Rb und p107 den Schutzmechanismus zu Fall bringen können: Die Zellen wuchern.

Die Experimente zeigten aber auch, dass das unkontrollierte Wachstum bei mutierten Rb- und p107-Tumor-unterdrückenden Genen nicht zwangsläufig eine Krebserkrankung nach sich zieht. Die Zellen vermehrten sich in der Gegenwart von onkogenem Ras zwar unkontrolliert und unbegrenzt, waren aber zur Überraschung der ForscherInnen nicht zur Tumorbildung in der Lage. (pte)

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