Aids, eine wachsende Bedrohung für Sicherheit und Frieden?

19. Jänner 2001, 20:54

Inzwischen ist sogar der UN-Sicherheitsrat mit dem Thema befasst.

New York - Die weitere Ausbreitung der tödlichen Immunschwächekrankheit Aids in weiten Teilen der Welt wird vom UNO-Sicherheitsrat als wachsende Bedrohung für Sicherheit und Frieden angesehen. Deshalb berate das höchste Entscheidungsgremium der Weltorganisation bereits zum vierten Mal seit Anfang vergangenen Jahres über umfangreiche Gegenmaßnahmen, erklärte der Exekutivdirektor des Anti-Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS), Peter Piot, am Freitag in New York.

Die Ausbreitung von Aids werde nicht nur durch die oft chaotische Lage in Regionen begünstigt, die unter Bürgerkriegen oder Naturkatastrophen litten. Aids gehöre mittlerweile indirekt zu den auslösenden Faktoren für bewaffnete Konflikte und trage zur Verschärfung der allgemeinen Notlage bei. Piot verwies vor dem Sicherheitsrat darauf, dass gerade in afrikanischen Ländern besonders die Streitkräfte und die Polizei sowie auch das Erziehungs- und das Gesundheitswesen stark unter Aids-Epidemien litten. Daraus entstünden ernsthafte Gefährdungen der politischen Stabilität ganzer Regionen.

Betroffen seien auch die Soldaten und andere Helfer bei Friedenseinsätzen der UN in vielen Gebieten der Erde. Die UNO hätte deshalb seit der ersten Resolution des Sicherheitsrates zur Aids-Gefahr vom Juli 2000 zahlreiche Einzelmaßnahmen zur Aids-Vorbeugung bei dem an humanitären UN-Operationen beteiligten Personal unternommen.

Dazu gehört nach Piots Worten, dass Blauhelm-Soldaten sich vor dem Einsatz freiwillig und vertraulich auf den Aids auslösenden HI-Virus testen lassen. UN-Experten ist seit langem bekannt, dass Friedenstruppen mit Soldaten aus besonders stark von Aids-Epidemien betroffenen Ländern zur Verbreitung der tödlichen Krankheit in den jeweiligen Einsatzgebieten beitragen. UN-Soldaten werden deshalb seit längerem mit Kondomen ausgestattet und in Seminaren aufgeklärt. (APA/dpa)

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