Proteste gegen geplante Ölsuche am Great Barrier Riff

19. Jänner 2001, 13:09

Australisches Unternehmen will unterirdisch sprengen

Brisbane - Umweltgruppen in Australien wollen Ölbohrungen am Great Barrier Riff verhindern - dem größten Korallenkomplex der Welt. Sie kritisierten am Donnerstag den Antrag eines Unternehmens, mit Hilfe von Sprengungen in der Nähe des Riffs nach Öl zu suchen.

Die Organisationen forderten die Regierung auf, die Erdölsuche und -förderung in der Region zu verbieten und sich zum Schutz des Riffs zu bekennen. Das 2.000 Kilometer lange Great Barrier Riff besteht aus etwa 2.600 Einzelriffen und 300 Inseln vor der australischen Ostküste.

Das australische Unternehmen TGS-NOPEC will mit Hilfe von Sprengungen unterirdische Wellenbewegungen auslösen und so die Zusammensetzung des Erdreichs etwa 50 Kilometer vom Great Barrier Riff entfernt untersuchen. Die Regierung stellte das Riff 1980 unter Naturschutz. Die Umweltorganisationen erklärten, die Auswirkungen der Sprengungen seien noch in 100 Kilometer Entfernung zu registrieren. Sie lösten Blutungen in den Lungen und den Stirnhöhlen von Delfinen und Walen aus.

Die Regierung erklärte, ihr liege bisher kein entsprechender Antrag vor. Der Umweltminister müsse erst alle Informationen erhalten, bevor er seine Position darlegen könne, sagte eine Sprecherin.

Die Umweltorganisationen erklärten, TGS-NOPEC habe seinen Antrag am 28. Dezember eingereicht, damit während der Feiertage niemand davon Notiz nehme. Nach Angaben des Unternehmen sollen die Sprengungen in 500 Meter bis zwei Kilometer Tiefe ausgelöst werden. (APA/AP)

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